Jeden Tag spüre ich den Frühlingsbeginn deutlicher. Die Natur erwacht aus ihrem langen Winterschlaf, überall sprießen kleine grüne Blättchen und Knospen, die Luft duftet zart nach süßen Blüten und die Vögel begleiten dies mit ihren schönsten Konzerten. Ganz langsam verändert sich die graubraune, ungemütliche Hauptstadt in den Wohlfühlort zurück, den ich den Winter über so vermisst habe. Und wenn dann auch endlich die Sonne etwas öfter aus der dicken Wolkendecke vom Berliner Himmel zu mir hinab blinzelt, bin ich wieder zufrieden.

Die ersten Sonnenstunden habe ich neulich sofort genutzt, um mit meinem Kochfreund Enrico in den Plänterwald zu fahren und die Bärlauchsaison zu eröffnen. Offiziell haben wir die Saison mit einer Wildkräuter-Käsetarte bzw. Berliner-Wunderlauchtarte zelebriert. Aber das war erst der Anfang! Ausdem großen Beutel Berliner Bärlauch, den wir fleißig im Stadtwald-Dickicht geerntet haben, können noch ganz andere spannende Dinge kredenzt werden.

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Aber bevor ich verrate worum es sich dabei handelt, möchte ich noch einen kurzen Schwenker zum Berliner Bärlauch machen. Allium paradoxum, oder auch seltsamer Lauch bzw. Wunder-Lauch genannt, ist eine ganz eigene Art der Gattung Lauch. Ursprünglich kommt er aus dem Kaukasus, oder den Bergen Zentralasiens und Nord-Irans und unterscheidet sich optisch vom allgemein bekannten Bärlauch. Seine Blättchen sind schmaler und grasähnlicher, sie erinnern nicht an die der Maiglöckchen. Er wächst wie Unkraut in den verschiedensten Ecken Berlins und Brandenburgs und man munkelt, dass er nach dem 2. Weltkrieg aus dem Kaukasus eingeschleppt wurde, weil er vor allem in Gebieten wächst, in denen früher die Russen stationiert waren.

Der Hauptstadt Bärlauch hat also einen eigenen Namen mit ganz eigener Geschichte. Und ich verpasse ihm heute auch noch ein neues Gesicht! Bärlauchpesto schön und gut – ich bin heute experimentierfreudig und wünsche mir Frühling auf dem Teller! Farben, Aromen und Frische! Im Frühlingsrausch kreiere ich einen bunten asiatischen Frühlingssalat mit grünem Spargel, Avocado, Mango und Bärlauch, der mir sogar bei eigensinnigem Aprilwetter ein strahlendes Lachen ins Gesicht zaubert …

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Bärlauch-Spargel-Salat
Zutaten
(für 4 Personen)

  • 1 cm Ingwer
  • 1 Bund Spargel
  • 1 rote Paprika
  • 6 Radieschen
  • 1 Möhre
  • 1 handvoll Shiitake-Pilze
  • 1 milde rote Pepperoni
  • 1 EL Kokosblütenzucker
  • 2–3 TL Gomasio (Sesamsalz)
  • Saft ½ Limette
  • 100 g Reisnudeln
  • 1 EL Sesamöl
  • 1 Bund Bärlauch
  • 1 Avocado
  • 1 kleine (grüne) Mango
  • 2 EL scharfe Rettich-Sprossen

Zubereitung
Etwa 300 ml Nudelwasser in einem mittleren Topf zum Kochen bringen.

Währenddessen das Gemüse vorbereiten: Ingwer schälen und feinhacken. Spargel putzen und die hölzernen Enden entfernen. Spargel schräg in etwa 5 mm breite Streifen schneiden, dabei die Spargelköpfe ganz lassen. Paprika putzen, das Kerngehäuse entfernen und ebenfalls in feine Streifen schneiden. Radieschen putzen und in Scheiben schneiden. Dabei auch die schönen Radieschenblätter auslesen (diese können mitgegessen werden). Möhre schälen und den Rest der Möhre mit dem Sparschäler in feine Streifen schälen. Shiitake-Pilze putzen und ebenfalls in Streifen schneiden. Pepperoni putzen, Kerne entfernen und in feine Streifen schneiden.

Alles in einer Schüssel vermengen und mit 1 EL Kokosblütenzucker und 2–3 TL Gomasio abschmecken. Den Saft der halben Limette dazugeben und den Gemüsesalat für 5 Min. marinieren.
Nudeln nach Packungsanleitung zubereiten. Sobald die Nudeln fertig sind mit kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen und in eine länge von 5 cm schneiden.

1 beschichtete Pfanne mit 1 EL Sesamöl erhitzen und das Gemüse nach dem Marinieren kurz auf höchster Stufe scharf anbraten. Aus der Pfanne nehmen und zurück in die Schüssel geben. Mango und Avocado schälen und entsteinen. Das Fruchtfleisch in Würfel oder Scheiben schneiden. Bärlauch waschen, abtropfen und ebenfalls in Streifen schneiden. Alles zusammen mit den Reisnudeln zum Gemüsesalat in die Schüssel geben und vorsichtig miteinander vermengen. Zum Schluss noch mal mit Gomasio abschmecken, den Sprossen bestreuen und sofort genießen.

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