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Umweltbewusst zu leben macht Laurin glücklich und zufrieden. Und das sieht man auch, wie ich finde!

Am Ende entscheidet immer das Geld. Kennt Ihr? Umso besser, dass Menschen wie Laurin uns zeigen: rücksichtsvoll zu leben ist vieles – aber definitiv nicht teuer!

 

Hallo Laurin, vielen Dank für Deine Teilnahme! Du betreibst die Website Grün.Sparen. Dort gibst du kostenlos Tipps für ein umweltbewusstes, nachhaltiges Leben, bei dem man auch noch Geld sparen kann. Willst Du kurz etwas zu Deiner Person sagen?

Hi Jenny, freut mich, dass Du auf mich zugekommen bist! Ich bin 21 Jahre alt, wohne in München und warte derzeit auf einen freien Platz im Studiengang Elektromobilität an der FH. Aktuelle arbeite ich als Veranstalter beim Wannda Circus.

Was ist denn der Wannda Circus und welche Aufgaben hast Du dort?

Der Wannda Circus ist ein Kulturzirkus. Wir wandern zwischen verschiedenen Freiflächen, natürlich ohne Tiere. Bei uns gibt es verschiedene Artisten, Open Air Veranstaltungen, Theaterstücke oder Food Märkte. Demnächst findet zum Beispiel ein veganer Food Markt statt.

Ich kümmere mich unter anderem um den Bereich Nachhaltigkeit. Kürzlich habe ich ein Windrad gebaut, damit wir unseren Strom selbst produzieren konnten. Da dort aber auch Menschen arbeiten, die nicht so viel mit dem Thema Nachhaltigkeit anfangen können, liegt meine Aufgabe vor allem darin, gut zu argumentieren. Ich versuche zu überzeugen, warum wir beispielsweise billigere Plastikstrohhalme durch teurere Halme aus echtem Stroh ersetzen sollten. In solchen Fällen stelle ich dann Rechnungen auf, die den Stundenlohn der Mitarbeiter berücksichtigen, die jeden einzelnen dieser Strohhalme nach den Veranstaltungen wieder aufsammeln müssen. Bei echten Strohhalmen ist das nicht der Fall, weil liegengebliebene der Umwelt nicht schaden. Die Grundfrage ist ja immer: Was bringt es uns dieses oder jenes zu tun? Die Optionen muss ich den Leuten dann schmackhaft machen. Dadurch bin ich auch auf die Idee für meine Website gekommen. Am Ende wird eben meistens unter ökonomischen Gesichtspunkten entschieden.

Diesen Aspekt greifst Du auf Deiner Seite auf. Wie bist Du auf die Idee gekommen und was setzt Du selbst im Alltag um?

Inspiriert hat mich mein bester Freund, Jona. Mit ihm habe ich die Seite vor 3 Jahren erstellt. Wir regen uns gegenseitig an, er ist sogar ein bisschen mein Vorbild. Er ist auch dafür verantwortlich, dass ich vegan lebe, was ich in erster Linie aus Gründen des Umweltschutzes tue. Wenn man etwas für die Natur tun will, sind die zwei wichtigsten Punkte: Auf Flugzeug und Fleisch verzichten.

Im Alltag probiere ich alle Tipps aus und führe die meisten davon auch weiter. Ich habe kein Auto und bin eigentlich immer mit dem Fahrrad unterwegs. Zwar besitze ich einen Elektroroller, aber auch den benutze ich nur im Notfall bei längeren Strecken, der Stromverbrauch ist ja immer noch da. Ich fliege nicht mehr und vermeide natürlich Müll. Wie man auf meiner Seite sehen kann, bastle ich auch Neues aus Wegwerfprodukten. Außerdem ernähre ich mich zu 70 Prozent von geretteten Lebensmitteln. In München ist Foodsharing mittlerweile ganz groß geworden. Das Thema Nachhaltigkeit begleitet mich eigentlich durch meinen kompletten Alltag. Meine Wäsche wasche ich beispielsweise mit Kastanien, das funktioniert wunderbar. Als ich das meiner Oma erzählt habe, meinte die, dass das in der Nachkriegszeit sogar ganz normal war.

Das klingt als hättest Du alle Hände voll zu tun, Deine Vorsätze auch konsequent umzusetzen. Wir alle wissen ja um Probleme wie Ressourcenknappheit, globale Erwärmung oder katastrophale Arbeitsbedingungen. Trotzdem wählen wir gerne den bequemen Weg des geringsten Widerstands. Wie motivierst Du Dich, Deinen Vorsätzen treu zu bleiben?

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind einfach mein Leben, meine Aufgabe. Es ist wie ein Hobby, so wie andere Fußball spielen oder Joggen gehen. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen ich lieber den einfacheren Weg gehen würde. Wenn ich nach einem 10 stündigen Arbeitstag nach Hause komme, habe ich auch keine Lust mehr, mit dem Fahrrad zum Biomarkt zu fahren, wenn doch Rewe gleich nebenan ist. Und wenn meine Kollegen in der Pause Essen bestellen und ich Hunger habe, ist das schon schwer Nein zu sagen. Aber daraus lerne ich dann und nehme mir eben mehr von zu Hause mit.

Und es stimmt nicht, dass ich immer nur einstecken muss. Meine Art zu leben hat viele Vorteile. Auch ich habe ein kleines Budget. Deshalb recherchiere ich die Tipps meiner Seite eigentlich für mich und gebe sie dann einfach an die Leser weiter. Das ist gar kein Stress. Im Gegenteil, ich habe mich total daran gewöhnt, rücksichtsvoll zu leben und mich macht diese Lebensweise viel glücklicher und zufriedener.

Nastasja, die Veganerin vom Vormonat, beschrieb mir Alltagssituationen, in denen sie angegriffen wird. Wie reagiert Dein Umfeld auf Dich?

Ach, das geht mir schon auch so. Bei meinen Verwandten bin ich der nervige Öko. Andererseits wissen sie aber auch, dass das ein vorausschauender Weg ist und kommen mit Fragen auf mich zu. Dafür ist mein bester Freund eine große Inspiration und auch meine Mitbewohnerin teilt meine Intention. Meine Freundin ist manchmal genervt, weil sie schon gerne mit dem Flugzeug verreisen würde. Sie verändert sich zwar auch, ist aber lange nicht so überzeugt wie ich. Damit komme ich klar, es muss ja nicht jeder so extrem sein wie ich. Grundsätzlich versuche ich einfach nicht anzuprangern, dann werde ich auch nicht so schnell abgestempelt. Ich bin mir sicher, dass es ohnehin viel wirkungsvoller ist, seine Überzeugungen vorzuleben.

Hast Du zum Abschluss vielleicht noch einen exklusiven Tipp für unsere Leser?

Natron als Deo! Natron-Pulver gibt es in jedem Drogeriemarkt und in Wasser gelöst ist es ein super Deo. Denn Natron zersetzt Fettsäuren und somit auch jeden Schweißgeruch. Geruchsneutral, effektiv und nicht krebserregend.

 

Liebe Leser, wie gefallen Euch Laurins Tipps? Habt Ihr vielleicht selbst ein paar parat?

Und wer ist in Euren Augen ein wahrer Alltagsheld? Wie immer, freue ich mich schon sehr auf Euer Feedback!

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