Okay, ich gestehe es gleich: die Überschrift ist geklaut. Stand so mal in der TAZ – ist aber derart genial, dass ich zu diesem geistigen Diebstahl stehe und die Urheber hiermit würdige. Schließlich benutzt die Chefin den Spruch allzu gern wenn sie Besuchern hier in unserer Zickenzone mal was Tiefgehendes erklären will. Gemeint sind mit dem „die“ übrigens die biodynamischen Bäuerinnen und Bauern. Denn jetzt ist es wieder soweit – die Demeters treffen sich zu ganz besonderen Veranstaltungen: Die Biodynamischen Präparate werden gemeinsam hergestellt.

Hörnergefüllt (2)
Ich musste schon grinsen (das sehen aufmerksame BeobachterInnen dann an dem besonderen Glanz in meinen Strich-Pupillen-Augen) als die Chefin zum ersten Mal an einem solchen Event teilgenommen hat. Hinterher war sie fertig. Nicht nur, weil sie mit einem stinkigen Kuhschädel im Auto die Rückfahrt überstehen musste (da hatte sie das Hirn rausgeschält und das Eichenrinde-Präparat eingefüllt), nein, sondern weil sie sich gar nicht drüber eingekriegt hat, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben overdressed war. Okay, um Kleiderordnung ging es im letzten Monat deshalb hier nur ganz kurz zur Aufklärung: Die Chefin war angezogen wie immer, Jeans und Shirt. Aber alle anderen hatten Blaumänner an, denn sie wussten, dass sie gleich dampfende Kuhscheiße in Kuhhörner füllen würden.

Hört sich vielleicht etwas schräg an – ist aber genial. Geht auf Rudolf Steiner zurück, der auch die Waldorfpädagogik und die anthroposophische Heilweise und natürlich den biodynamischen Landbau initiiert hat. Ihn fragen die Bauern vor über 80 Jahren, warum die Qualität der von ihnen erzeugten Lebensmittel immer schlechter wurde. Damals war gerade der Kunstdünger eingeführt worden. Steiner argumentierte: Seit Jahrhunderten leben wir Menschen von dem, was der Boden hergibt. Wir sind auf seine Fruchtbarkeit angewiesen. Das kann nur funktionieren, wenn wir ihm was zurückgeben. Die Biodynamischen Präparaten schaffen das. Sie werden auf den Höfen selbst hergestellt. Aus Baldrian, Kamille, Eichenrinde, fein zerriebenen Quarzkristallen, Schafgarbe zum Präparieren des Kompostes oder mit einem Kuhhorn, das – mit Kuhdung gefüllt – im Herbst vergraben wird. Dieses Hornmist-Präparat wird im Frühjahr aus dem Horn geschabt und in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser verrührt – dynamisiert. Denn auf diese Weise lassen sich die gesammelten kosmischen Kräfte des Präparats unmittelbar auf das Wasser übertragen. Und das wird dann als feiner Sprühregen auf die Felder und Wiesen gespritzt. Es wirkt wie homöopathische Heilmittel energetisch auf Boden und Pflanzen.

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Das Ergebnis ist sogar wissenschaftlich erforscht: Durch die Biologisch-Dynamischen Präparate wird der Boden immer lebendiger. Seine Humusschicht wächst, die Pflanzen wachsen harmonischer, werden kräftiger, sogar widerstandfähiger gegen Schädlinge und reifen optimal aus. Demeter-Landwirte geben also der Natur mehr zurück, als sie ihr nehmen. Der Boden wird fruchtbarer, manche sagen sogar er wird geheilt. Wer mag, kann mitmachen wenn die Demeter-Bäuerinnen und -Bauern jetzt ihre Präparate herstellen – einfach mal beim nächsten Demeter-Hof fragen. Soll sehr meditativ sein diese Arbeit. Naja, mir reicht das rhythmische Wiederkäuen als meditatives Element meines Zickenlebens. Ob das vielleicht daran liegt, dass unsere Wiesen (also mein Futter) hier immer mit dem Hornmist- und dem Hornkiesel-Präparate besprüht werden?

Darf ich euch diese Wunderwerke aus der Kooperation von Mensch und Natur hier mal vorstellen?

Die Spritzpräparate

Hornmist – Hörner mit Kuhfladen gefüllt. Ein halbes Jahr haben sie in der Erde Zeit, kosmischen Kräfte und die Energie der tierischen Hülle zu sammeln. Die , wohlriechende, dunkel-erdige Masse aus den Hörnern wird dynamisiert. Sie fördert mikrobielle Aktivität, bessere Durchwurzelung und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.

Hornkiesel – fein vermahlener Quarz im Kuhhorn, vermittelt Lichtenergie und fördert harmonische Wachstums- und Reifeprozesse, Fotosynthese der Pflanzen, stärkt Widerstandskraft der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge

 Die Kompostpräparate

Sie werden in kleinen Mengen Mist, Pflanzenkompost oder Gülle beigegeben und dann damit aufs Land verteilt. Sie strukturieren den Kompostierprozess, fördern die harmonische Verrottung, dienen damit dem lebendigen Aufbau des Bodens. Nachweislich bewirken sie eine Verbesserung des Humusaufbaus und der Bodenstruktur.

Schafgarbenpräparat – Blüten in Hirschblase, fördert die Anpassungsfähigkeit an den Standort, wirkt belebend, fördert Kalium-Schwefelprozesse

Kamillenpräparat – Kamillenblüten im Rinderdarm, macht den Dünger stickstoffbeständiger

Brennesselpräparat – Brennessel in Erde, wirkt Struktur verbessernd auf den Boden

Eichenrindenpräparat – Eichenrinde in Schädel, bringt die Formgebenden Kräfte genau dahin, wo sich sonst Pflanzenkrankheiten entwickeln könnten, regt Calciumprozesse an

Löwenzahnpräparat – Blüten im Rindergekröse. Kieselsäure wird angezogen Baldrianpräparat – Saft oder Auszug aus den Blüten, vergoren, kommt ohne tierische Hülle aus, vermittelt dem Boden die Fähigkeit, sich dem Phosphor-Angebot gegenüber richtig zu verhalten, wirkt zudem in Blüten- und Fruchtbildung

Und wer noch mehr wissen will über die Biodynamischen Präparate liest hier gleich mal weiter: www.demeter.de/verbraucher/aktuell/journal/dj-14

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