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Der erste Gedanke nach meiner Heimkehr aus Japan war: Man ist das grün hier! Innerhalb von ein paar Wochen hat sich meine graue Heimat ein saftiges Grün übergeworfen und strahlt mir jetzt überall in allen erdenklichen Grün-Nuancen entgegen.

Endlich beginnt die Jahreszeit, die ich so viel wie möglich im Grünen verbringe. Sobald das Wetter mitspielt, findet man mich jede freie Minute im Park, Wald oder am See um die Ecke.

Hauptsache, ich bin an der frischen Luft und von grünen Wiesen, Feldern oder Bäumen umgeben. Das neue Grün zeigt mir wie viel Kraft in der Natur steckt. In ihm steckt pures Leben. Es gibt mir Kraft, Hoffnung und erdet mich.
Der Garten meiner Großeltern

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Wahrscheinlich liegt meine Nähe zur Natur an den schönen Kindheitserinnerungen, die sich oft im Garten meiner Großeltern abspielen.

Auch jetzt, wo ich erwachsen bin, ist dieser Garten ein wahrer Ruhepol und jeder Besuch fühlt sich ein bisschen wie eine Zeitreise in meine Kindheit an. Ich brauche nur die Augen zu schließen und sehe meinen Opa im Schatten des Sauerkirschbaums im Gras seine „Siesta“ halten, meine Oma in den Kräuterbeeten kniend das Unkraut jäten und mich als kleines Mädchen spätabends kurz vorm Schlafengehen barfuß im Nachthemd quer durch den Garten zum Himbeerstrauch rennen, um die süßesten Himbeeren der Welt zu ernten.

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Omas grüner Daumen

Seit letztem Spätsommer ist mein Opa leider nicht mehr unter uns. Die vielen schönen Erinnerungen an ihn sind aber für immer da und werden vor allem im Garten wieder lebendig.

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Für meine Oma ist ihr Garten im Frühling und Sommer schon immer der Lebensmittelpunkt gewesen. Und jetzt, wo sie so viel Zeit mit sich allein hat, macht sie die Gartenarbeit glücklich. Sie gibt ihr Sinn, wirkt meditativ und lenkt sie ab, wenn sie dann und wann die Einsamkeit überkommt. In ihrem Garten ist meine Oma nicht einsam und ich glaube fest daran, dass der Garten der Grund ist warum sie mit 88 Jahren immer noch so fit und lebensfreudig ist.

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Goethes grüne Leibspeise

Als ich neulich wieder zu Besuch in Omas Garten war, und die grüne saftige Kräuterpracht in den Beeten entdeckte, habe ich mir spontan Goethes Leibspeise zum Mittagessen gewünscht: Grüne Sauce! Schließlich ist meine Oma als Hessin im Ursprungsland der „Frankfotter Grie Soss“ geboren worden, und auch wenn die Sache mit Goethes Leibspeise nur eine Legende ist: Die grüne Sauce meiner Oma ist in der Tat legendär!

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Sieben verschiedene Kräuter kommen in die Grüne Sauce. Das Schöne daran ist, dass meine Oma die Frage, welche Kräuter nun in die Sauce dürfen, ziemlich locker nimmt. Traditionalisten hingegen nehmen diese Entscheidung nicht so auf die leichte Schulter. Nein, bei ihnen kommen nur Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch in die Grüne Sauce!

Alles was grün ist

Aber wieso sich das Leben schwer machen? Wenn´s im Garten oder nächsten Bio-Supermarkt keinen Borretsch gibt, dann schmeckt Dill auch gut! Und die Zitronenmelisse wächst grad so üppig, da dürfen auch ein paar Blättchen mit rein. Das gibt der Sauce eine schöne frische Note. Auch gegen Basilikum hat meine Oma nicht´s einzuwenden.

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Bei meiner Oma kommt das Kraut in die Grüne Sauce, dass grade Saison in ihrem Garten hat.

Saisonal, regional, bio und am besten aus dem eigenen Garten – das ist kein neuer Ernährungstrend, sondern das natürlichste auf der Welt. Fragt mal eure Omas!

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Omas Frankfurter Grüne Sauce

Zutaten für 4 Personen
350–400 ml Buttermilch
200 g saure Sahne
6 Eier, gekocht, gepellt, abgekühlt und gehackt
1 Strauß mit 7 Kräutern, geputzt und feingehackt
Saft ½ Zitrone
2 TL Zucker
Salz und Pfeffer

Zubereitung

  • Buttermilch in eine Schüssel geben und mit der sauren Sahne verrühren.
  • Eier und Kräuter unterrühren.
  • Mit Zitronensaft, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und etwa 1 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen und mit frisch gekochten Pellkartoffeln servieren.

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