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Sind die lanzettförmigten Blätter der Aloe Vera-Pflanze nicht faszinierend? Ich habe mich sehr gefreut, als ich entdeckt habe, dass man im Biomarkt einzelne Bio-Aloe Vera-Blätter im Kühlregal finden kann. Es geht doch nichts über frisches Aloe Vera-Gel direkt von der Pflanze, die übrigens ein Liliengewächs ist!

Mit der festen grünen Schale wird das innenliegende feuchte Gel gegen Wind und Sonne beim Anbau geschützt – und das Blatt lässt sich so auch gut transportieren. Aloe Vera-Gel enthält über 200 Stoffe, die regenerierend, antioxidativ, zellerneuernd, entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend wirken. Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe ist das Polysaccharid Aloverose, außerdem sind Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe oder Aminosäuren in dem Gel enthalten.

Beim Kauf eines Blatts sollte man unbedingt darauf achten, dass es aus kontrolliert biologischem Anbau stammt: Eine hohe Wirkstoffdichte wird nur erreicht, wenn die Aloe Vera nicht mit synthetischem Dünger dazu gebracht wird, zu schnell zu große Wassermengen aufzunehmen. Grundsätzlich wird zudem beim Bioanbau auf Pestizide verzichtet, die man ebenfalls nicht auf der Haut haben möchte.

Aloe Vera gilt als Klassiker wenn es um After Sun-Pflege geht, ist aber auch generell für die Pflege empfindlicher Haut geeignet. Deshalb befindet sich die Heilpflanze auch in einer ganzen Reihe von Naturkosmetik-Produkten. So frisch und nur von „Mutter Natur“ via Schale konserviert bekommt man das Gel allerdings nur direkt aus dem Blatt, das sich problemlos etwa 4-6 Wochen unangeschnitten nach Kauf bei Zimmertemperatur hält (nicht in die Sonne legen).

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Wie man an das Aloe Vera-Gel herankommt (von rechts nach links auf dem Foto):

1. Zunächst schneidet man mit einem sauberen Messer das untere weiße Randstück ab, es eignet sich nicht zum Gebrauch.

2. Dann schneidet man je nach Bedarf weitere Scheiben in der Länge von 2-3 cm vom Blatt ab.

3. Von jeder dieser Scheiben entfernt man noch die beiden seitlichen dornigen Randstücke. Währendessen steigt schon der typische Aloe Vera-Duft auf, den ich als sehr pflanzlich und grün empfinde.

Hinweis: In den Fasern der grünen Schale befindet sich etwas gelbliches Aloin, diesen Bitterstoff wischt man am besten mit einem Küchentuch weg oder spült das Aloe Vera-Stück einfach mit fließendem Wasser ab.

Jetzt geht es los: Für eine Feuchtigkeitspackung schneide ich die Scheiben in der Mitte durch, so dass an jeder Seite ein Teil des Blattfilets haftet. Mit diesen Hälften fahre ich dann über die gereinigte Gesichts- und Körperhaut – herrlich kühlend, beruhigend und erfrischend! Wenn die gelige Blatthälfte etwas stumpf geworden ist, kann man einfach eine dünne Schicht mit dem Messer abtragen und dann die Einreibung fortsetzen.

Nach ein paar Minuten Einwirkzeit trage ich auf dem Gesicht meist ein bisschen Öl (z.B. Mandelöl) über dem Gel auf, um die Feuchtigkeit einzuschließen und um zu verhindern, dass die Haut nach dem Antrocknen der Aloe Vera spannt. Für mich ist das die einfachste, effektivste und sicherste Art, das Aloe Vera-Gel anzuwenden! Gerötete und auch leicht juckende Hautstellen fühlen sich bei mir schnell viel besser an.

Wenn man das pure Gelfilet haben möchte, schneidet man die Blattscheiben nicht wie oben gezeigt in der Mitte durch, sondern die Schale außen an beiden Seiten ab – bitte großzügigen Abstand zur grünen Schale lassen, damit man dabei die aloinhaltigen Blattfasern nicht anritzt. Die geligen Filets sind ganz schön fest und zudem glitschig-schleimig, ein homogenes Gel lässt sich am besten mit dem Mixer bereiten. Dann kann man die Masse auch für eine Maske z.B. mit Honig, Quark oder Joghurt und einem Öl vermischen. Man verteilt diese auf dem Gesicht und lässt sie für eine Viertelstunde einwirken, bevor man sie mit lauwarmem Wasser abspült.

Essen kann man das Gel übrigens auch (aber nur das Gel, nicht die grüne Blattschale)! Entweder stückchenweise als puristischen Snack, als Erfrischungsgetränk gemixt mit etwas Zitrone, Honig und Wasser oder aber zusammen mit einem Fruchtsaft. Schmeckt köstlich und nach Sommer! Auch in Salaten machen sich die frischen Aloe Vera-Stückchen gut und sind ein echter Hingucker.

Noch ein paar Worte zur Aufbewahrung: Ich lege das angeschnittene Aloe Vera-Blatt ins Gemüsefach des Kühlschranks, die Schnittstelle umhülle ich mit etwas Frischhaltefolie. Länger als eine gute Woche sollte man es aber nicht lagern. Wer mehr Zeit braucht, kann die einzelnen Gelfilets (also ohne die Schale) in kleinen Portionen einfrieren und bei Bedarf auftauen.

Habt ihr euch schon mal an ein Aloe Vera-Blatt herangewagt? Was sind eure Tipps?

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