gift decorated with pine cones on the wooden backgroundWarum muss ich mir als stolzeste Ziege der Zickenzone eigentlich über solch ein Thema Gedanken machen? Welches Thema? Na, gibt es zurzeit nicht nur eins? Klar: Weihnachtsgeschenke! Die Chefin rennt seit ein paar Tagen völlig geistesabwesend durch Stall und Ausläufe. Auf meinen irritierten Blick hin erklärte sie mir, sie müsse sich den Kopf zerbrechen, wer welches Geschenk bekomme. Kopf zerbrechen – welch ein furchtbares Bild, mag ich mir gar nicht ausmalen (doch, auch Ziegen können was vor ihrem inneren Auge sehen).

Tja, alle Jahre wieder heißt bei uns hier offenbar nicht bei Kerzenschein besinnlich weihnachtliche Liedchen summen, sondern voller Sorgenfalten im Gesicht die knifflige Geschenk-Aufgabe lösen. Meine ja nicht mehr ganz so junge Chefin hat damit reichlich Erfahrungen – bis hin zu dem Trauma, als sie es 1993 (ja, letztes Jahrtausend, unvorstellbar) besonders gut machen wollte. Damals hat sie im Sommer Geschenke für all ihre Lieben gekauft, schön eingepackt und sehr geheim versteckt (die Kinder waren noch klein und genetisch mit Neugier ausgestattet). So wollte sie dem Festtagsstress mit Einkaufsrummel entgehen. Clever. Bis es dann Mitte Dezember wurde und die Chefin vom Geschenkefieber befallen wurde. Glücklicherweise fiel ihr ein, dass sie diesmal ja höchst vorsorglich gehandelt hatte. Unglücklicherweise waren ihr aber die Verstecke entfallen …. Was soll ich dazu sagen.

Dabei kann das Schenken soooo einfach sein. Jedenfalls hat mein Vorschlag die Chefin gleich überzeugt. Aus eigener Erfahrung habe ich sie eindringlich darauf hingewiesen, was ein gutes Geschenk auszeichnet. Es muss nützlich sein und schnell verwendbar – also sich sozusagen gleich wieder auflösen – denn dann macht es wirklich Freude. Also kein Steh-Rumsel, sondern was Nahrhaftes oder Pflegendes. Das würde auch mir als Emely, Star der Zickenzone, am besten gefallen. Und der Chefin glaube ich auch, denn so ein Glitzern in den Augen hat sie verraten.

Schließlich ist sie ohnehin jede Woche im Biomarkt ihres Vertrauens, kauft dort reichlich ein und kann so ganz en passant noch das in den Einkaufwagen packen, was dem Liebsten, dem erwachsenen Nachwuchs samt Anhang, Freund*innen, Verwandtschaft und Nachbarn nicht nur Freude macht, sondern all denen wirklich nützlich ist und deshalb schnell verwendbar.

Als da wären:

  • Dattelkonfekt für Schleckermäuler, ungewöhnlich und lecker
  • Gewürze, die zu Hause dann zu einer individuellen Mischung oder einem Würzsalz aufgepeppt werden
  • Backzutaten von Mehl bis Schokolade – die kommen in ein schönes Glas und das Rezept für die Muffins oben drauf
  • Mandeln – trocken in der Pfanne geröstet und mit Shoyu abgelöscht eine Knabberei mit Suchtgefahr
  • Pflanzenöle – und dazu dann gern ein paar Zweige Rosmarin, die mit dem wertvollen Fettsäure-Lieferanten in schöne, kleinere Fläschchen gefüllt werden (Alternativ Knoblauchzehen, Orangenscheiben)
  • Risotto-Reis – und dazu getrocknete Pilze, getrocknete Tomaten, Pinienkerne, Parmesan in einen Klarsichtbeutel als individuelle Risotta-Mischung füllen
  • Mandelöl – und dazu Rosenblüten, die gemeinsam eine verwöhnende Körperpflege garantieren
  • Ein natürlicher Raumduft zum Sprühen oder Aufstellen – vielleicht in einen noch schöneren Flacon umgefüllt
  • Honig – mit Walnuss-Hälften spicken
  • Schokolade von Original Beans – weil ich als Zicke bei Schokobohnen immer an unsere Verdauung denken muss (Achtung: Witz!) und weil der Kakao aus schützenswerten Regenwaldregionen stammt, wo Original Beans neue Bäume pflanzt, um der Erde das zurückzugeben, was menschlicher Konsum raubt

Gern könnt ihr euer Stresslevel runterfahren, indem ihr euch aus dieser Liste freizügig bedient – genau dafür verrate ich Euch diese Geschenkideen hier ja mal ganz im Vertrauen und nur so unter uns.

Nach all diesen pragmatischen Überlegungen und Vorschlägen kann es sich die Chefin nun doch nicht verkneifen, noch mal philosophisch zu werden. Sie hat da was im www gefunden. Manchmal denk ich: stottert sie jetzt, die Chefin? wenn sie mir davon erzählt. Aber dann fällt mir ein, sie meint das weltweite Netz, das uns (angeblich) verbindet. Also schenke ich Euch hiermit dieses Zitat –

Entscheidend für den Wert eines Geschenkes,
ist weder der Preis, noch die Größe,
sondern die Liebe, mit der es ausgesucht wurde
und die Normalität mit der es besorgt und überbracht wurde. © Tanja Grassecker

Und wünsche in diesem Sinne allen viel Freude beim stressfreien Einkaufen der Geschenke, Freude am Schenken und Freude am Beschenkt werden. Mir bleibt dann nur noch, der Chefin klar zu machen, dass ich unmöglich bis 24.12., 18 Uhr, warten kann bis zur Bescherung: Los, her mit den aromatischen Tannenzweigen – sie sind nützlich (für unsere Ziegen-Gesundheit) und schnell verwendet –äh: verwandelt (in wertvollen Mist).

Share on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someoneShare on Facebook