oele-fuer-die-hautpflege_julia-keith-fuer-dennsDarf ich euch mit den Teilnehmern dieser illustren Runde oben auf dem Foto bekannt machen? Sie haben sich für eine gemütliche Ölprobe zusammengefunden – und ganz außergewöhnlich, die Öle haben auch eine Butter dazu eingeladen. Abwechslung ist eben wichtig 🙂 ! In der Küche sind Olivenöl, Kokosöl, Sonnenblumenöl, Arganöl, Chiasamenöl und Kakaobutter wohlbekannt, nun erzählen sie uns selbst, weshalb sie sich auch im Bad bei der Hautpflege wohlfühlen.

Gleich mal vorweg, denn das gilt für alle Öle dieser Ölprobe: Kein Öl gleicht dem anderen, ihr Charakter ist unterschiedlich und entsprechend auch die Wirkung auf die Haut. Alle Pflanzenöle setzen sich aus spezifischen Fettsäuren (z.B. Ölsäure, Linolsäure, Palmitinsäure) und sekundären Pflanzenstoffen (z.B. Vitaminen, Phytosterole) zusammen. Von diesem individuellen Profil hängt jeweils ab, ob das Öl schnell oder langsam in die Haut einzieht oder ob ein Öl stabil ist oder schnell ranzig wird. Deswegen lohnt es sich, Pflanzenöle genauer kennenzulernen und gezielt auszuwählen. Was ebenfalls für alle Öle gilt: Am besten stammen sie aus Bioanbau und wurden nicht raffiniert oder desodoriert.

Jetzt überlasse ich aber das Wort den Teilnehmern dieser Ölprobe!

Olivenöl: „Ich glaube, dass ich mich eigentlich gar nicht vorstellen muss, denn ich bin wohl das bekannteste Öl der Welt! Gepresst werde ich aus den Früchten des Baums Olea Europaea, der rund ums Mittelmeer wächst. Meine Farbe ist grün-gelblich, ich dufte typisch nach Oliven, wie auch sonst?! In mir steckt vor allem Ölsäure – die macht mich stabil und gut haltbar (also werde ich nicht so schnell ranzig). In die Haut ziehe ich eher langsam ein, das macht mich ideal für trockene und schuppige Haut, die ich schütze und restrukturiere. Auch Massagen sind genau mein Ding!“

Kokosöl: „Auf vielen Beauty-Blogs wird von mir gesprochen, das freut mich natürlich sehr! Sicherlich liegt das auch an meinem zarten und appetitlichen Kokosduft. Hergestellt werde ich aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss, der Frucht des Palmengewächs Cocos nucifera. Ich schmelze erst bei einer Temperatur von über 22 Grad, darunter bin ich fest und weiß. Meine wichtigste Fettsäure ist die Laurinsäure. Sie sorgt dafür, dass ich mich auf der Haut leicht verteilen lasse, schnell einziehe und nicht fettig auf der Haut aufliege. Dazu habe ich eine leicht antimikrobielle Wirkung und bin länger haltbar. Ich mache mich gut als Körperöl, bin aber auch gern als Haarkur für die Pflege langer Haare im Einsatz.“

Sonnenblumenöl: „Ich glaube ja, dass ich öfter mal ein wenig unterschätzt werde! Die Sonnenblume Helianthus annuus nimmt im Sommer so viel Sonnenenergie wie nur möglich auf, die steckt dann sicherlich auch in mir hellgeblichem Öl. Ich enthalte viel Linolsäure und fühle mich deswegen schön leicht auf der Haut an. Dazu biete ich Vitamin E, das antioxidativ und entzündungshemmend wirkt – Mischhaut wird sich darüber freuen! Allerdings sollte man mich schnell verbrauchen (innerhalb von einigen Monaten), ich bin doch etwas empfindlicher: Also am besten nicht nur zur Pflege, sondern gleichzeitig auch in der Küche in Salaten verwenden.“

Arganöl: „Während ihr anderen Öle euch ja gut in der Küche auskennt, ist meine Expertise die Kosmetik – sie hat mir in den letzten Jahren zu Weltruhm verholfen! Dabei kann man mich nur im Südwesten Marokkos aus den Nüssen der Arganbäume Argania spinosa herstellen. Für die Pflege der Haut sollten die Nüsse vor der Produktion des Öls nicht geröstet worden sein. Meine Stärke ist ein breites Fettsäurespektrum, das die Haut besonders umfassend versorgt. Dazu enthalte ich rare sekundäre Pflanzenstoffe wie Schottenol, die antioxidativ und zellstimulierend wirken. Ich empfehle mich deswegen für trockene und insbesondere für reife Haut. Mein typisch nussiger Duft ist vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber das ist die gute Wirkung doch auf jeden Fall wert!“

Chiasamenöl: „Ich habe es via Social Media als Newcomer in eure erlesene Runde geschafft! Die Samen der südamerikanischen Salbeiart Salvia hispanica kennt man in der Szene aus Puddings und Müsli; wenn man die kleinen Samen presst, entstehe ich – ein kostbares Wirkstofföl! Besonders wirksam machen mich die über 60% Alpha-Linolensäure, die in mir stecken. Diese ungesättigte Fettsäure wirkt zellerneuernd und heilend, ich ziehe sehr schnell in die Haut ein. Weil ich nicht so lange haltbar bin und auch schon in einer geringeren Dosierung eine hohe Wirkung zeige, lasse ich mich gern mit einem anderen Öl mischen (z.B. Jojobaöl). Ich passe nicht nur gut zu trockner, sondern auch zu entzündlicher und unreiner Haut.“

Kakaobutter: „Habt ihr euch schon gefragt, was die runden flachen Chips zwischen all den schmucken Gläsern oben auf dem Foto machen? Das bin ich, die Kakaobutter, hergestellt aus den Samen der Kakaopflanze Theobroma cacao – mich gibt es beim Bioladen denn’s im Kühlregal! Unter 34 Grad bin ich wegen meiner in mir enthaltenen Kombination aus Stearinsäure und Ölsäure fest. Aber ich schmelze sofort dahin, wenn ich mit der warmen Haut in Berührung komme und lasse mich so gut verteilen! Ich bilde dann einen schützenden Film, was gerade bei trockenener Haut sehr angenehm ist. Abgesehen davon: Wer könnte schon meinem zart schokoladigen Duft widerstehen? Dazu bin ich gut haltbar, außer natürlich, wenn man in mich reinbeißt 😉 . Mein Geheimtipp: Drei Chips von mir machen sich auch gut im warmen Badewasser als pflegender Zusatz!“

Danke an die Vorstellungsrunde, die die Auswahl eines passenden Öls erleichtert! Hier nun noch abschließend von mir zwei Tipps zur richtigen Anwendung von Ölen auf der Haut:

  • Am besten trägt man Öl auf feuchter Haut auf: Nach dem Duschen oder über einem Gesichtswasser bei der Gesichtspflege. So lassen sich die Öle besser verteilen und ziehen schneller ein, indem sie die Feuchtigkeit in die Haut einschließen.
  • Entscheidend ist auch die Dosierung: Nicht zu viel Öl nehmen! Für das Gesicht genügen schon wenige Tröpfchen, für den gesamten Körper etwa 2-3 Teelöffel.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Habt ihr ein Lieblingsöl, das ihr sowohl in der Küche als auch im Bad verwendet?

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