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Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass die meisten Menschen zuerst an ein saftiges Stück Steak oder an eine knackige Bratwurst denken, wenn die Grillsaison eingeleitet wurde. Für die geschätzten acht Millionen VegetarierInnen und VeganerInnen in Deutschland, bedeutet Grillen dann wohl, dass sie leer ausgehen oder sich mit einem Beilagensalat zufrieden geben müssen. Oder doch nicht? Ich möchte euch heute zeigen, wie ich gerne grille, meine Rezepte und Ideen mit euch teilen und ein bisschen dem Vorurteil entgegenwirken, dass veganes Grillen ganz schön traurig aussieht. Ihr seid außerdem herzlich eingeladen, eure Grillrezepte mit uns in den Kommentaren zu teilen. Ich freue mich!

Gemüse ist mein Fleisch

Gemüsespieße sind wohl die Klassiker des veganen Grillens. Neben Zucchini, Auberginen und Pilzen, spieße ich außerdem noch gerne Tomaten, Paprika, Lauchzwiebeln, vorgegarte Kartoffeln, Blumenkohl, Brokkoli und Räuchtertofu auf. Richtig lecker finde ich die, die mit Obst gemischt sind. Physalis, Bananen, Birnen und Wassermelone passen perfekt! Ohne Spieß können die Maiskolben, aber auch große Kartoffeln oder Kohlrabi auf den Grill.
Nicht immer habe ich Lust meine Seitanwürstchen selbst zuzubereiten und deshalb kommen auch mal gekaufte zum Einsatz. Über die letzten Jahre hat sich das Angebot an veganen Würstchen wirklich stark erweitert und so denke ich, dass bestimmt für alle was leckeres dabei ist. Gerne mag ich zum Beispiel die Grillknacker von Taifun. Die streiche ich mit Marinade ein und lege sie in einer Bratschale auf den Grill. Zu große Hitze benötigen die Würstchen nicht und sie werden auch schneller gar als Würste aus Fleisch. Wichtig ist, dass sie regelmäßig gewendet und hin und wieder mit Marinade oder Öl beträufelt werden, damit sie von allen Seiten gleichmäßig werden und sich eine leckere Kruste bildet.
Ein Tofuwürstchen ist allerdings meine absolute Nummer Eins. Die Mini-Wiener von Taifun mag ich so gerne, dass ich sie oft schon kalt aus der Packung nasche, weil die nämlich auch so schmecken. Auf Spießen oder als Fingerfood sind sie perfekt.
Wenn das Grillen spontan stattfindet und ich zum Beispiel eingeladen wurde, bringe ich gerne mein eigenes veganes Essen mit, da ich natürlich nicht verlangen kann, dass die Gastgeber ganz selbstverständlich vegane Speisen da haben. Für diesen Fall husche ich vorher in den Bioladen und kaufe den veganen Brat-Mix von Wheaty. Dieser besteht aus kleinen Seitanwürstchen mit Majoran, einer feurigen Chorizo-Wurst und einem Pfeffersteak.

Marinieren und Panieren

Manche Gemüsesorten wie Kohlrabi gelingen am besten, wenn sie zuvor gekocht werden. Ich paniere die Kohlrabischeiben außerdem sehr gerne und lege sie so lange auf den Grill, bis die Panade goldbraun ist. Für die Panade werden drei Teller benötigt. Auf den ersten Teller kommt etwas Mehl, darin wird die Kohlrabischeibe gewälzt, bis sie komplett mit Mehl bedeckt ist. Auf den zweiten Teller kommt ein Gemisch aus Mehl, Pflanzenmilch oder Wasser und Salz & Pfeffer. Die Kohlrabischeibe wird darin ebenfalls gewendet. Das Mehl macht, dass das Gemisch besser an der Kohlrabi haftet. Im letzten Schritt wird die Scheibe auf einem Teller mit Semmelbrösel gewälzt. Jetzt kann sie auf den Grill!
Die richtige Marinade kann nochmal sehr viel aus dem Gemüse oder den veganen Würstchen und Steaks rausholen. Eine meiner liebsten Marinaden zum Grillen ist ganz simpel, aus Zutaten die die Meisten sowieso immer Zuhause haben und auch sehr schnell zusammengerührt. Hierfür presse ich zwei Knoblauchzehen aus und vermische sie mit einem Teelöffel Salz, einem halben Teelöffel schwarzem Pfeffer, etwa 50 ml Balsamico-Essig und genauso viel Olivenöl. Hinzu kommt alles worauf ich in dem Moment Lust habe. Ein Schuss Starkbier, Sojasauce oder vegane Worcestershiresauce und frische Kräuter wie Thymian. Die Gemüsespieße und Seitan-Steaks lege ich schon vor dem Grillen einige Stunden ein. Während des Grillens beträufele ich das Gemüse, die Steaks aber auch die Würstchen mit der Marinade.

Eine Frage des Geschmacks: Wieso gibt es überhaupt vegane Fleischersatzprodukte?

Machen sich VeganerInnen nicht ganz schön was vor, wenn sie nicht auf den Fleischgeschmack verzichten wollen? Und wieso müssen es denn unbedingt Tofu-”Würste” sein? Immerhin ist das doch gar keine echte Wurst. Es gibt wahrscheinlich kaum eine Frage, die ich so häufig hören musste, wie die rund um Fleischersatzprodukte. In Wirklichkeit wollen sie halt doch alle nur das saftige Steak. Sie wollen es nur nicht zugeben, oder? 🙂

1. So viele VeganerInnen es gibt, so unterschiedlich sind auch die Meinungen, Motivationen und Hintergründe. Wer ethisch-motiviert ist und nicht möchte, dass das eigene Essen mit Tierleid verbunden ist, dem kann dennoch der Geschmack von Bratwurst gefallen. Es gibt daher keinen Grund auf den Geschmack zu verzichten, wo dieser rein pflanzlich nachgeahmt werden kann.

2. Ich denke, dass ein wichtiger Faktor auch die eigene Essenskultur ist. Die wenigsten Menschen leben seit ihrer Geburt vegan und sind daran gewöhnt, dass das Stück Fleisch die Hauptmahlzeit darstellt und alles drumherum schlichtweg Beilage ist. Es ist in der Umstellung sicherlich erstmal ungewohnt, wenn das Grünzeug plötzlich in den Vordergrund rückt. Alte Lieblingsgerichte können mit Hilfe von Seitan-Schnitzel und Co jedoch weiterhin zubereitet werden.

3. Essen ist etwas absolut Soziales. Wir essen gerne in Gemeinschaft und treffen uns mit Freunden und Bekannten im Dönerladen um die Ecke oder beim Grillen im Park. Befindet sich ein Mensch in der Gruppe, der vegan lebt, wird dieser bei solchen Ereignissen besser eingebunden, wenn auch etwas für ihn auf den Grill geschmissen werden kann und er im Dönerladen eine Falafeltasche essen kann, anstatt mit knurrendem Magen unter Leuten zu sitzen, die genüsslich ihre Teller leeren. Fleischalternativen machen es einfacher dazu zu gehören.

Beilagen und Getränke

Vegane Salate vom Klassiker des Nudelsalats mit Dosenerbsen über bunte Blattsalate, passen zu jedem Grillerlebnis. Ich habe mir kürzlich das vegane Bio-Salatdressing mit schwarzen Holunderbeeren von Freshhunter gekauft und bin seitdem ein großer Fan. Am liebsten mag ich es mit Kohlsalaten. Die Kombination aus Kohl und dem fruchtig, aber trotzdem süßherben Dressing ist himmlisch.
Limonaden und erfrischende Cocktails gehören für mich zum Grillen dazu. Einen meiner Lieblingscocktails ohne Alkohol, habe ich euch bereits letzten Sommer geteilt.
Gemeinsames Grillen ist ein bisschen wie Raclette in der kalten Jahreszeit. Es wird über Stunden gemeinsam zubereitet und gegessen. Viele Kinder, aber auch ich, lieben es Stockbrot zu grillen. Wer eine Grillstelle mit offenem Feuer nutzen darf, kann sich glücklich schätzen. Da macht das Stockbrot nämlich am meisten Spaß. Ich habe leider nur einen Balkon und demnach einen Elektrogrill zu Verfügung. Auf selbstgemachtes Brot, dass auf dem Grill zubereitet wird, möchte ich trotzdem nicht verzichten.

Rezept für fünf kleine Grillbrötchen

  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 250 g Vollkornmehl
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Zucker oder etwas Agavendicksaft
  • 1/2 EL Sonnenblumenöl

Im lauwarmen Wasser wird die Hefe aufgelöst, um danach die restlichen Zutaten einzukneten. An einem warmen, dunklen Ort sollte der Teig etwa eine Stunde gehen. Sobald er aufgegangen ist, können fünf bis sechs kleine Brotfladen geformt und in einer Grillschale mit etwas Backpapier auf den Grill gelegt werden. Sie sollten mindestens einmal gewendet werden und sind fertig, wenn sie eine knusprige, helle Kruste haben.

Rezept für vegane Kräuter-Knoblauch-Margarine

Kräuter”butter” gehört für mich zum Grillbrötchen dazu. Eines meiner liebsten Rezepte ist dieses.

  • 100 g vegane Margarine
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 1/2 kleine Zitrone

Die Margarine sollte nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, damit sie weich genug ist, um die Zutaten darunter zu mischen. Die Knoblauchzehe und die Zitrone werden ausgepresst und die frischen Kräuter klein gehackt. Mithilfe eines Stabmixers rühre ich alles zusammen und stelle die Margarine in den Kühlschrank, damit sie wieder streichfest wird.

Für mich ist veganes Grillen keineswegs langweilig, sondern bunt und abwechslungsreich. 🙂

Ich wünsche euch ein frohes und geselliges Grillen!

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