Vegane Tattoo-Salbe Naturkosmetik Rezept DIY Tattoos Lavera Kamille 8

Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 der Ruhr-Universität Bochum, sind bereits über sechs Millionen Menschen in Deutschland tätowiert. Trend steigend. Und das durch alle Altersklassen und Berufsgruppen hinweg. Die Studie zeigte auch, dass ein Zusammenhang zwischen Tattoos und Schulbildung nicht nachgewiesen werden konnte.

Nicht nur Tattoos werden immer beliebter, auch die vegane Lebensweise erfährt seit Jahren einen Boom. Deshalb habe ich mich mit veganen Tattoos und deren richtiger Pflege beschäftigt. Meine Tipps möchte ich nachfolgend gerne mit euch teilen.

Vegane Tätowierungen?!

Als ich vor über zehn Jahren mein erstes Tattoo stechen ließ, war die Tattooszene bezüglich der verwendeten Farben und Materialien noch nicht so aufgeklärt wie heute. Ein Grund dafür war sicherlich die fehlende Transparenz der Farbhersteller, aber auch eine Portion Ignoranz einiger TätowiererInnen. Vieles ist bis heute nicht gesetzlich geregelt. TätowiererIn kann jede/r werden. Zwei der größten Sicherheitsrisiken sind einerseits die verwendete Farbe, die bedenkliche Stoffe enthalten könnte, und die Hygiene. Arbeitet der oder die TätowiererIn nicht hygienisch einwandfrei, besteht ein Infektionsrisiko.

Wer mit seinem Motiv unter der Haut glücklich werden möchte, sucht das Tattoostudio also besser nicht nur nach Preis oder Kunsthandwerk aus.

Gute Studios arbeiten nach der AWMF-Richtlinie, klären über verwendete Farben und Materialien auf, können alle Fragen die zu Tattoos aufkommen sicher beantworten und geben außerdem genügend Tipps zur Nachsorge und Pflege der frischen Tätowierung.

Diese Studios wissen genau welche Farben sie verwenden und können Auskunft über die Inhaltsstoffe darin geben. Bei einem Erstgespräch kann darüber gesprochen werden, dass man eine vegane Tätowierung und demnach gerne vegane und tierversuchsfreie Farben verwenden möchte. Neben der Farbe können ebenfalls Hilfsmittel wie das Matrizenpapier, die Rasierer, das Infektionsmittel, die Reiniger oder die verwendeten Salben nicht vegan sein. Wer darauf wert legt, sollte auch diese Punkte unbedingt vorher abklären.

Was macht eine Tattoofarbe unvegan?

Wo TätowiererInnen früher teilweise selbst ihre Farben mischten, gibt es mittlerweile immer mehr vegane Tattoofarben auf dem Markt. Darin sind zum Beispiel folgende Stoffe nicht enthalten:

Schellack: Wird aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen und hat bindende und viskositätsregelnde Eigenschaften.

Glycerin: Ist ein Zuckeralkohol, das in natürlichen Fetten und Ölen vorkommt. Es kann tierischen Ursprungs sein. Glycerin ist ein Lösungsmittel und hat ebenfalls viskositätsregelnde Eigenschaften.

Knochenkohle / Charcoal: Findet in schwarzer Tattoofarbe Verwendung.

Die richtige Tattoopflege

Damit das Tattoo lange schön bleibt und die Farben strahlen, ist eine gute Feuchtigkeitspflege und ein Sonnenschutzmittel unerlässlich. Bis das von Nöten wird, muss eine neue Tätowierung aber erstmal abheilen und auch das bedarf gründlicher Pflege, damit die Farbe nicht austritt und es weder zu Narben oder gar Entzündungen kommt.

Gute TätowiererInnen besprechen die richtige Nachsorge des Tattoos gründlich und geben Tipps an die Hand, wenn sie nicht sowieso direkt ein Döschen mit einer geeigneten Salbe mitgeben. Wie die richtige Nachsorge auszusehen hat, ist allerdings von Studio zu Studio unterschiedlich. Produktvorlieben, die eigene Hautbeschaffenheit und die verwendeten Farben spiele keine unwesentliche Rolle.

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Das frische Tattoo sollte täglich mehrmals mit sauberen Händen und unter warmen Wasser abgespült werden. Hierfür kann eine milde Waschlotion genutzt werden. Ich habe im Denn’s Biomarkt die Waschlotion mit Bio-Aloe Vera aus der Baby & Kinder Sensitiv-Reihe von Lavera gefunden. Sie ist durch Natrue zertifizierte Naturkosmetik, parfümfrei und natürlich vegan.

Nach dem Waschen, wird das Tattoo vorsichtig mit etwas Küchenrolle trocken getupft. Danach muss es eingecremt werden, da die Haut sehr viel Feuchtigkeit braucht und auf keinen Fall austrocknen oder spannen darf. Am Besten ist dafür eine Salbe geeignet, die nicht nur Feuchtigkeit spendet, sondern auch wundheilende und entzündungshemmende Eigenschaften hat. Eine speziell für diesen Zweck gekaufte Salbe oder gar einfach eine dünne Schicht Kokosöl; die Vorlieben und Überzeugungen gehen da weit auseinander.

Das Wichtigste ist, das frische Tattoo stets sauber, aber auch geschmeidig zu halten.

Rezept: Vegane Tattoo-Salbe

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Für alle die sich ihre vegane Tattoo-Salbe gerne selbst herstellen möchten, habe ich ein Rezept parat. Die Herstellung ist wirklich sehr einfach und nicht sonderlich zeitaufwendig.
Oberste Regel ist hier ebenfalls: So sauber wie möglich arbeiten, damit die Salbe nicht zu schnell ranzig wird und keine Gesundheitsrisiken entstehen. Schließlich soll die Salbe auf eine frische Wunde.

Das wird benötigt:

  • 30 g Kamillenmazerat aus Kamillenblüten und Olivenöl (z.B. von Rapunzel)
  • 10 g Kakaobutter (z.B. von dennree)
  • 5 g Sheabutter (z.B. von Cattier)
  • 5 g Kokosöl (z.B. von dennree)

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Schritt 1: Zuerst wird das Kamillenmazerat hergestellt. Dafür kommt etwa eine Hand voll Kamillenblüten in ein Schraubglas. Die Blüten werden mit Olivenöl aufgegossen bis sie vollständig bedeckt sind. An einem warmen Ort mit direkter Sonne, sollte das Glas mindestens einen Monat lang stehen und jeden Tag kurz geschüttelt werden. Sobald die Wochen vergangen sind, werden die Kamillenblüten mit Hilfe eines Leinentuchs oder Nussmilchbeutels abgefiltert. Das fertige Mazerat ist die Zutat für die Tattoo-Salbe.

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Schritt 2: 30 g des Ölauszugs werden mit Kakaobutter, Sheabutter und Kokosöl in einem feuerfesten Behältnis vermischt.

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Schritt 3: In einem Wasserbad werden alle Zutaten zusammen zum Schmelzen gebracht. Dabei ist darauf zu achten, dass die Temperatur so niedrig wie möglich gehalten wird, damit die Zutaten nicht ihre wichtigen Inhaltsstoffe und somit ihre Wirkung verlieren.

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Schritt 4: Nachdem alles gut miteinander verrührt wurde, kommt die noch flüssige Salbe in ausgekochte Gläschen oder Tiegel.

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Schritt 5: Nicht das Beschriften vergessen. Besonders das Datum ist wichtig.

In der Regel ist die fertige Salbe so lange haltbar, wie die Zutatet mit dem geringsten Mindesthaltbarkeitsdatums. Im Kühlschrank hält sie sich mindestens ein halbes Jahr.

 

Die Zutaten im Überblick:

Kamille: entzündungshemmend, antibakteriell, hautberuhigend

Olivenöl: entzündungshemmend, feuchtigkeitsspendend, hautschützend

Kakaobutter: hautberuhigend, hautpflegend

Sheabutter: rückfettend, hautberuhigend

Kokosöl: kühlend, rückfettend

Natürlich kann die Tattoo-Salbe auch zur generellen Feuchtigkeitspflege oder zur leichten Wundversorgung genutzt werden.

Wer von euch ist denn ebenfalls tätowiert?

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