„Du bist, was Du isst.“ Ok, ich gebe es gerne zu, dieser Spruch klingt schon ganz schön abgedroschen. Zu mir passt auch eher: „Du bist so schnell wie du isst!“ Ernährung spielt für mich als Marathonläuferin eine ganz wichtige Rolle. Das richtige Essen und Trinken ist unser Treibstoff. Niemand würde sein Auto mit dem falschen Treibstoff tanken, aber beim eigenen Körper sind da einige deutlich weniger wählerisch. Ich nicht!

Ich merke beim Laufen genau, ob ich mich gut ernährt habe. Ich fühle mich wacher und frischer und meine Muskulatur ist lockerer. So wird mein Körper zum Barometer für den Einfluss der Ernährung auf meine Leistung. Aber nicht nur für das Training und natürlich für den Wettkampf spielen Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß, Vitamine, Spurenelemente und Antioxidantien eine ganz entscheidende Rolle, sondern auch für die Regeneration danach. Längst ist die Ernährung für mich Teil meines Erfolges.

Dass ich auf Bio achte, ist ja klar. Warum? Neben den egoistischen Motiven wie Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden geht es mir auch darum, wie wir alle mit unserer Landschaft, unserer Landwirtschaft, den Nutztieren und den Pflanzen umgehen. Natürlich freue ich mich, wenn Studien mal wieder beweisen, dass Bio-Lebensmittel fast gar keine Pestizide enthalten, dafür mehr wichtige Vitalstoffe wie zum Beispiel die Antioxidantien, die sogenannte Freie Radikale einfangen. Wichtig ist mir außerdem, dass es mir schmeckt. In den letzten Jahren hat sich mein Essensangebot immer mehr verfeinert. Bei mir kommt ganz viel Frisches auf den Tisch: Obst, Gemüse und Salat. Weizen gibt es bei mir so gut wie nie – eher Dinkel – und auf Zucker versuche ich möglichst konsequent zu verzichten. Da habe ich mit Dattelsirup eine tolle Alternative gefunden. Der Vorzug? Er treibt den glykämischen Index nicht sprungartig hoch – außerdem könnte ich ihn sogar selber herstellen. Datteln in Wasser einweichen und ab in den Mixer – fertig. Weitgehend lebe ich vegan – mit ein paar Ausnahmen wie ab und zu ein leckeres Eis. 

Meine Lieblingsmahlzeit ist ganz klar das Frühstück. Gerade jetzt im Sommer starte ich sehr gerne in der Sonne auf dem Balkon in den Tag. Ich liebe mein Müsli am Morgen – und das mixe ich mir selbst. Dann weiß ich genau, was drin ist. Ich keime Getreide und Samen selbst  – mein Favorit ist Buchweizen, aber da variiere ich auch gerne. In einem Keimglas eingeweicht und dann regelmäßig gespült, sprießen die zarten Keimlinge ganz schnell. Keimen finde ich super, passt ja auch, denn dabei werden die Superkräfte des Samens geweckt. Bei mir in der Küche sind die praktischen Keimgläser immer gefüllt. Chiasamen, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Quinoa verwandeln sich mit Wasser und Zeit in wahre Kraftpakete. Keimen? Wieso? Beim Keimen baut sich im Getreide die unerwünschte Phytinsäure ab. Sie ist ein Mineralstoff-Blocker. Mineralstoffe sind vor allem für Sportler ganz wichtig, weil wir durch das Schwitzen natürlich mehr verlieren – aber natürlich nicht nur für uns. Wem das Keimen zu umständlich ist: schaut doch mal im Biomarkt, gekeimte Getreide und Samen gibt es auch verpackt zu kaufen. Darauf greife ich gerne zurück, wenn ich zu Wettkämpfen reise.

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Am besten schmeckt mir mein Müsli eingeweicht in Milch. Milch? Ja, ich weiß, Pflanzenmilch darf so nicht mehr heißen, also meine ich pflanzliche Drinks. Meine Favoriten sind Kokos- oder Mandeldrink. Gerne gebe ich dann noch ein paar eingeweichte Nüsse, Kokosflocken, Rosinen oder Datteln dazu. Und natürlich Obst: geriebenen Apfel, Beeren (gerade jetzt am liebsten aus eigener Ernte), Mango, Nektarinen und auch mal eine Avocado. Und darüber Grünes! Grünes? Genau: Kräuter, Rucola, Löwenzahn oder auch mal Babyspinat. Jetzt im Sommer finde ich ganz viele Wildkräuter auf den Wiesen – ein perfektes Müsli-Topping. Und nein, das mache ich nicht, weil es gut aussieht, sondern, weil man das Obst so viel besser verdauen kann. Außerdem sorgen die Kräuter für eine basische Wirkung. Klingt vielleicht erst einmal etwas fremd, beschert aber wirklich interessante Geschmacksentdeckungen. Probiert es einfach mal aus!

Apropos ausprobieren: Beim nächsten Mal verrate ich Euch gerne, warum ich zu dem Müsli etwas Rotes trinke und Ihr das auch unbedingt einmal probieren solltet. Heute gebe ich euch mein derzeitiges Lieblings-Müsli Rezept preis:

Zutaten:

  • Buchweizen gekeimt
  • Chia-Samen gekeimt
  • Sonnenblumenkerne gekeimt
  • Mandeln und Macadamianüsse
  • Kokosmilch
  • Apfel
  • Himbeeren
  • Mango
  • Avocado
  • Rucola
  • Basilikum 
  • Löwenzahn
  • Minze
  • Medjool-Datteln
  • Vanille und Zimt

Zubereitung:
Samen, gekeimtes Getreide, Kokosraspeln und Nüsse über Nacht in Kokosmilch einweichen. Alles soll gut bedeckt sein. Am nächsten Morgen den geriebenen Apfel, das geschnittene Obst und die klein geschnittenen Datteln dazu geben. Mit den Kräutern bestreuen, mit Vanille und Zimt abschmecken – hmmmm.

Einfach mal ausprobieren und dann je nach Angebot und nach Lust und Laune kreativ variieren. Ich freue mich, wenn Ihr mir über eure Geschmackserlebnisse berichtet.

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