Öko Waschmittel von Almawin, Sonett und Sodasan

Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, aus was Waschmittel eigentlich bestehen? Und wie sich konventionelle Waschmittel von Öko-Waschmitteln im Bioladen unterscheiden? Was vielleicht erst mal gar nicht so spannend klingt, bekommt mehr Relevanz, wenn man bedenkt, wie viel Waschmittel ins Abwasser gelangen: Jährlich werden in Deutschland 630.000 Tonnen Waschmittel verbraucht, schreibt das Umweltbundesamt. Leider sind sie nicht alle vollständig biologisch abbaubar und belasten damit die Gewässer – wenn auch nicht mehr ganz so schlimm wie in den 1970er Jahren.

Wie sich Waschmittel zusammensetzen:

  • Zuerst sind da einmal die Tenside, also die waschaktiven Substanzen, die Fett und Schmutz aus dem Gewebe lösen. Bei Öko-Waschmitteln sind das Seifen, Kokosfettalkoholsulfate oder auch Zuckertenside, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und biologisch komplett abbaubar sind. Das sieht bei Tensiden in konventionellen Waschmitteln anders aus, ihr Ursprung ist oft erdölbasiert und die Herstellung schließt z.B. die umweltschädliche Ethoxilierung mit ein.
  • Nächster wichtiger Inhaltsstoff eines Waschmittels ist der Enthärter. Waschwasser ist meist alkalisch, so dass der im Wasser gelöste Kalk gebunden werden muss, um sich nicht in der Waschmaschine oder an den Fasern der Wäsche abzulagern. In ökologischen Waschmitteln ersetzen die Mineralien Silikat und Zeolith sowie Soda oder das Salz der Zitronensäure die schwer abbaubaren Phosphonate und Polycarboxylate, die sich in konventionellen Produkten befinden.
  • Vollwaschmittel enthalten zudem Bleichmittel bzw. Fleckenentferner, damit die Wäsche nicht vergraut. In Öko-Waschmitteln ist Natriumperborat tabu, stattdessen wird mit Natriumpercarbonat für die Sauerstoffbleiche gearbeitet.
  • Optische Aufheller, synthetische Konservierungsstoffe und Duftstoffe sind in Öko-Waschmitteln ebenfalls nicht zu finden – für den Duft sorgen hier ätherische Öle in geringer Dosierung. Es gibt auch Waschmittel ohne Duft, z.B. das Waschmittel Sensitiv von Sonett.
  • Oft sind Enzyme in Waschmitteln enthalten, die auch bei niedrigen Temperaturen Stärke-, Fett- und Eiweiß-Flecken aus der Wäsche lösen und damit Energie beim Waschen sparen. Hergestellt werden sie jedoch meist mit Gentechnik, weshalb sie sich in Öko-Waschmitteln aus dem Bioladen nicht finden – außer die Enzyme werden wie z.B. beim Hersteller Almawin gentechnikfrei produziert (z.B. im frisch-blumig duftenden Color Pulver Konzentrat Lindenblüte von Almawin). Enzyme sollten gut ausgespült werden, denn sie stehen im Verdacht, Allergien auslösen zu können.

Welche unterschiedlichen Waschmittel gibt es?

Schon angesprochen habe ich die Vollwaschmittel, die meist ein Bleichmittel bzw. Fleckenentferner enthalten – sie sind für stärker verschmutzte und weiße Wäsche geeignet. Diese beiden Inhaltsstoffe sind in Colorwaschmitteln nicht drin, dafür befinden sich farbschonende Zusätze in ihnen. Gleiches gilt bei Waschmitteln speziell für dunkle Wäsche. Das nach Eisenkraut und Eukalyptus duftende Flüssigwaschmittel für dunkle Wäsche von Almawin enthält übrigens noch Waschnussextrakt, der mit natürlichen Saponinen die reinigende Wirkung von Tensiden und Seifen unterstützt. Neu auf dem Markt sind Waschmittel für Sport- und Aktivwäsche, die gegen Gerüche wirken und keinerlei Rückstände auf der Wäsche hinterlassen (z.B. Active Sportwaschmittel von Sodasan). Woll-und Feinwaschmittel sind oft noch puristischer formuliert, um die Fasern besonders zu schonen.

Pulver oder Flüssigwaschmittel?

Grundsätzlich gilt pulvriges Waschmittel als ergiebiger und und hat eine höhere Waschkraft als Flüssigwaschmittel. Auch beim Transport und der Verpackung punktet Pulver in Sachen Umweltschutz. Die Zugabe von schonenden Enthärtern wie Zeolith ist in flüssigen Waschmitteln nicht möglich, weswegen sie zum Ausgleich meist eine höhere Dosierung an Tensiden benötigen. Dazu müssen Flüssigwaschmittel wegen ihres Wasseranteils konserviert werden. Waschmittel-Pulver ist vielleicht gerade nicht mehr so „in“, hat aber durchaus seinen Sinn.

Was versteht man unter einem Baukastensystem?

Die umweltfreundlichste Variante Wäsche zu waschen ist das Baukastensystem. Dabei werden Tenside, Bleichmittel und Enthärter individuell dosiert – je nach örtlicher Wasserhärte oder Verschmutzungsgrad der Wäsche (Babylätzchen sind fleckiger als ein T-Shirt, das einmal getragen wurde). Es funktioniert ganz einfach: Zum Waschmittel muss je nach Wasserhärte ein Enthärter zugebeben werden. Eine höhere Dosierung an Tensiden wird so nicht mehr benötigt – was gut für die Umwelt ist. Bleichmittel wird nur dann zugemischt, wenn weiße oder stark verschmutzte Wäsche gewaschen wird – ebenfalls gut für das Abwasser. In Nürnberg ist das Wasser leider sehr hart, so dass ich zum pulvrigen Vollwaschmittel von Sodasan (das übrigens nur ganz dezent frisch duftet) immer noch einen Enthärter (z.B. von Sonett oder Sodasan) dazu geben muss. Die Dosierung steht jeweils auf der Verpackung. Selbst wenn es eine kleine Umstellung ist, ist das Baukastensystem eigentlich recht unkompliziert!

Weitere Tipps für ökologisches Wäschewaschen:

  • Weniger waschen – verräucherte Wäsche z.B. lieber mal über Nacht auslüften lassen.
  • Die Waschmaschine nicht überfüllen, damit das Waschmittel gut ausgespült werden kann.
  • Niedrigere Temperaturen sparen Energie, meist genügen 40 oder 60 Grad.
  • Unbedingt die korrekte Dosierung des Waschmittels (sowie Enthärter oder Bleichmittel im Baukastensystem) beachten.
  • Waschmittel abwechseln: Der Mix an Tensiden und Seifen unterscheidet sich je nach Hersteller, ebenso die Zusätze (wie z.B. Enzyme).
  • Ein Klassiker hilft effizient bei Flecken: Vor der Wäsche die Textilien mit Gallseife behandeln, sie enthält natürliche Enzyme (nicht vegan). Einige Minuten einwirken lassen, ausspülen und dann die Wäsche normal in die Waschmaschine geben. Bei flächigeren Verschmutzungen Bleichmittel bzw. Fleckenentferner im Baukastensystem dazu mischen (wenn die Wäsche farbecht ist).

Wie wascht ihr eure Wäsche? Habt ihr das Baukastensystem schon mal ausprobiert?

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