Von Zähnen und Xylit…

Mit nur vier Monaten und pünktlich zu Weihnachten brachen bei meinem Sohn die ersten beiden Zähnchen durch. Das „Singen unterm Weihnachtsbaum“ nahm durch diesen Umstand ganz neue Ausmaße an.

Aus dem kleinen „Ohne-Zahn“ wurde also sehr früh ein Junge, der ordentlich zubeißen konnte. Ich war heilfroh, dass er seine Zähnchen beim Stillen bald wieder unter Kontrolle hatte. Aber spätestens als er anfing mitzuessen, stand ich vor einer neuen Herausforderung: dem Zähneputzen.

Nachdem ich, wie wohl viele Mütter, mein Geld unsinnigerweise für Lernzahnbürsten & Co. ausgegeben hatte, blieb ich schließlich der Bambuszahnbürste treu. Und das nicht nur für mein kleines Milchzähnchen. Ich bin so begeistert von den Dingern, dass auch ich mittlerweile von der elektronischen, auf die Bambuszahnbürste umgestiegen bin.

 

Blieb noch das Problem mit der Zahnpasta…

 

Warum ich keine Zahncreme für mein Kleinkind kaufe:

 

  1. Zähneputzen will gelernt sein…

…und damit auch das Ausspucken. Aber das klappt selbst jetzt mit 2 ½ Jahren noch nicht. Was auch immer ich auf die Bambuszahnbürste meines Sohnes packe, er wird es früher oder später runter schlucken.

Anfangs verwendete ich aus genau diesem Grund ausschließlich Wasser. Je mehr Zähnchen jedoch durchkamen, desto unwohler wurde mir damit. Also fing ich an, mich nach Alternativen umzusehen und ganz viel zu recherchieren. Die Ergebnisse aber bestärkten mich eher in meinen Zweifeln an herkömmlicher Zahnpasta, als dass sie mich beruhigen konnten.

 

  1. Gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe

Es ist haarsträubend was so alles in der Creme landet, mit der wir uns tagtäglich unsere Zähne putzen. Von Mikroplastik über Triclosan, umstrittenen Süßstoffen wie Aspartam oder das heiß diskutierte Fluorid. All das stecken wir uns in den Mund und mein Söhnchen würde es runterschlucken.

 

  1. Bio-Zahncremes

Einige Zahnpasta-Sorten aus dem Biomarkt sind mit Sicherheit eine Alternative aber auch das noch nicht jetzt. Erst wenn mein Sohn gelernt hat, dass er das Zeug wieder ausspucken muss, wenn er seine Zähnchen blank geputzt hat, ziehe ich diese in Betracht. Vorher habe ich auch bei Weleda & Co. kein gutes Gefühl, wenn sie im Körper meines Kindes landen.

 

Die Alternative

Aus all diesen Gründen habe ich beschlossen die Zahnpasta für meinen Nachwuchs selbst zu machen. Die Anregung dazu bekam ich durch verschiedene Rezepte für Erwachsenen-Zahncreme.

 

 

Kokosöl

Genau wie diese besteht auch die Zahnpasta meines Sohnes aus naturbelassenem Kokosöl, welches antibakteriell und reinigend wirkt. Die enthaltenen Capryl- und Laurinsäuren senken außerdem das Risiko für Karies. Fast würde sie schon allein ausreichen, um sich damit die Zähne zu putzen und genauso fingen wir auch an.

Natron

Ich ergänzte dann nach und nach ein paar andere Zutaten – anfangs auch eine minimale Dosis Natron, das für Erwachsene enorm gehypt wird. Mittlerweile bin ich davon kein Freund mehr, weil es eine zu starke reinigende Wirkung hat und unter Umständen den Zahnschmelz angreifen könnte.

Xylit

Stattdessen kommt das – in meinem letzten Blog-Beitrag schon erwähnte und heiß geliebte – Xylit (Birkenzucker) zum Einsatz. Es schmeckt nicht nur gut und ist sehr zahnfreundlich. Birkenzucker hat zudem eine nicht kariogene, also kariesfeindliche Wirkung. Ganz wichtig: Das Xylit muss gemahlen werden, bevor man es zur Zahncreme gibt. Ansonsten wäre es zu grobkörnig und könnte den Zahnschmelz beschädigen.

Kurkuma

Wer möchte, kann auch etwas Kurkuma ergänzen. Anders als man aufgrund der stark färbenden Eigenschaften denken mag, sorgt es für strahlend weiße Zähne. Besonders Kinderzähne, die noch ohne Füllungen sind, profitieren davon. Denn zahnfarbene Füllungen könnten durch das Kurkuma tatsächlich mit der Zeit einen Gelbstich erhalten.

Ätherische Öle

Mit ätherischen Ölen wie Minze kann man der Zahncreme ihren typischen Geschmack geben, wenn man das möchte. Salbei halte ich aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften für sinnvoll. Aber je nach Geschmack sind auch andere Auszüge wie bspw. Fenchel- oder Lavendelöl möglich.

 

Do it yourself: Kleinkind-Zahncreme

Zutaten:

4 EL Kokosöl

1-2 TL Xylit, gemahlen

optional:

1-2 Tropfen ätherisches Öl

½ TL Kurkuma

Zubereitung:

Das Kokosöl in einem warmen Raum oder auf der Heizung weich werden lassen. Achtung: Es sollte nicht zu dünnflüssig werden, da sich die restlichen Zutaten sonst absetzen.

Anschließend Xylit und optional das ätherische Öl und/oder Kurkuma hinzugeben, sorgfältig mischen und in ein gut verschließbares Gefäß füllen.

Mit einem Löffel oder Spachtel eine kleine Menge entnehmen und auf die Zahnbürste geben.

Tipp: Die Zahnpasta ist so lange haltbar, wie das dafür verwendete Kokosöl.

Tipp: Im Sommer bei wärmeren Temperaturen sollte man die Zahncreme besser im Kühlschrank lagern, weil sich das Kokosöl ab etwa 24 Grad verflüssigt und die anderen Zutaten sich absetzen würden.

 

Related Post

Share on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someoneShare on Facebook