Wir Ziegen haben es jetzt noch besser als sonst – also so richtig extra-gut. Unser Futter wächst nämlich gerade buchstäblich vor unserer Nase. Das ist ja so ein dicker Pluspunkt auf den Bio-Höfen: Was uns Tieren in Raufe oder Trog kommt, stammt fast ausschließlich vom eigenen Betrieb. Hier in der Zickenzone kauft die Chefin wirklich nur das unverzichtbare Mineralfutter dazu – und das ist dann selbstverständlich auch Bio-zertifiziert. Jetzt im Frühling aber interessieren uns Trog und Raufe deutlich weniger als in den Wintermonaten. Wir Ziegen genießen es nämlich, das frische kräuterreiche Grün von der Wiese zu zupfen. Gestern habe ich, die Emely-Oberzicke, während einer Wiederkäuer-Ruhe-Session mal wieder gelauscht, als die Chefin einer Besucherfamilie Ratschläge für die Ernährung von Haustieren gegeben hat. Haustiere, damit sind dann Hund und Katz` gemeint. Die gibt es ja auch hier bei uns wie ihr schon wisst. Was kommt also bei öko-korrekten Tierhaltern in den Napf?

Yarrah war der erste Anbieter von Hunde- und Katzennahrung in Bio-Qualität. Bereits seit 1992 verarbeiten die Holländer nach eigener Aussage ausschließlich Hühner, Rinder und Puten, die ein besseres Leben hatten. Fleisch aus großen Mastbetrieben oder Masthühner kommen demnach weder in die Dose noch in den Sack mit Trockenfutter. Für Yarrah-Futter werden hauptsächlich biologische Grundstoffe aus ökologischem Anbau verwendet. Die Hersteller sind sicher, dass damit Lebensmittelallergien und Verdauungsproblemen vorgebeugt werden kann. Die Stammmutter unserer drei Hündinnen hier in der Zickenzone hat schon Yarrah-Futter bekommen – das war im letzten Jahrtausend. Inzwischen ist die Auswahl an Bio für Miez und Mops viel größer geworden. Zum Beispiel bietet die Firma defu Leckerli und Nassfutter mit „100% Rohstoffen aus biologischem Anbau von 100% zertifizierten Bio-Bauern mit 100% artgerechter Tierhaltung.“ Kein Fleisch aus Massentierhaltung, keine Pestizide, keine gentechnisch veränderten Organismen, keine künstlichen Aromen – interessant ist also auch, was nicht drin ist. Den defu-Bauern ist wichtig, dass die Tiere, die das Fleisch für Ihre Tiernahrung liefern, ein artgerechtes Leben führen. Das möchten wohl auch die meisten Hunde- und Katzenmenschen, die ihren Vierbeinern was richtig Gutes gönnen. Denn Tierliebe muss doch auch die fleischliefernden Stalltiere einbeziehen, meinte zum Beispiel die Besucher-Familie in der Zickenzone, die ihren Hund auf Bio-Futter umstellen will. Die können dann auch mal ausprobieren, was das junge Unternehmen Wuff und Mau im Angebot hat. Deren Heimtiernahrung wird direkt in Spornitz, einem kleinen Örtchen im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg/ Vorpommern) hergestellt. Und das Fleisch stammt von Bio-Höfen aus der Region. Dazu kommen Äpfel, Karotten, Reis oder Kartoffeln, die dann frisch verarbeitet in Gläser abgefüllt werden. Diese Heimtiernahrung hat sogar Lebensmittelqualität. Wichtig ist, dass auch Öko-Angebote als Alleinfutter geeignet sind, den täglichen Bedarf des Haustieres abzudecken. Und Abwechslung ist garantiert, denn in Dosen, Gläsern, Schälchen, in den Tüten und Säcken warten unzählige Varianten an Trocken- und Nassfutter auf hungrige Mäuler.

Immer mehr Hundeleute gehen sogar noch einen Schritt weiter und machen das Fressen täglich frisch. Da wird dann rohes Bio-Huhn oder -Rindfleisch durch den Wolf gedreht, mit Gemüse, Obst und Hirse oder Quinoa ergänzt. Die Chefin – also das Frauchen von unseren drei Hütehündinnen – teilt ihren selbst gemachten morgendlichen grünen Smoothie mit Kira, Kaalotta und Maalin. Da ist dann sogar frisches Kräutergrün von unserer Wiese mit drin (weil die Hunde keine Wiederkäuer sind können sie die Blättchen nur so zerkleinert aus dem Mixer optimal verdauen).

Und noch eins hat die Chefin der wissbegierigen Hunde-Familie beim Besuch in der Zickenzone mit auf den Weg gegeben: Es kommt nicht nur drauf an was Frauchen oder Herrchen füttert, sondern auch wie. Stellt euch vor, sie hat den Leuten allen Ernstes empfohlen, das Trockenfutter beim Spaziergang auszustreuen oder gar zu verstecken und die Hunde suchen zu lassen. Ideen hat die Frau …. Aber den Hunden scheint es genauso viel Spaß zu machen wie ihr. Meinen erstaunten – um nicht zu sagen –entsetzten Blick hat die Chefin übrigens kommentiert. Sie nutzt diese Leckerli-Spielereien angeblich durchaus für pädagogische Einheiten mit den Vierbeinern, hat sie mir erklärt. Es sei sinnvolle Erziehungsarbeit, wenn drei Hündinnen reglos vor den bereitliegenden Hundekuchen verharren und erst nach Aufforderung kraftvoll zubeißen. Was soll ich als Oberziege hier in der Zickenzone zu solchen Maßnahmen sagen? Am besten nichts mehr! Vielleicht wollt ihr mal berichten was eure Haustiere so alles fressen – und wie.  

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