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Beim Scrollen durch die sozialen Medien sind mir in letzter Zeit immer wieder zwei Dinge aufgefallen:

  • 1. Die große Sorge um das Bienensterben und
  • 2. Hobbyimker, die wie Pilze aus dem Boden schießen.

Schon lange fragte ich mich deshalb, was es mit dem Hype um die Bienen auf sich hat, habe mich aber nie damit beschäftigt. Umso mehr freue ich mich darüber, Euch heute von meinem spannenden Besuch eines Honig-Seminars erzählen zu können. Bei der Veranstaltung der Sonnentracht GmbH in der märkischen Schweiz durfte ich nämlich nicht nur eine Menge Theorie erfahren, sondern auch eine unglaublich sympathische Familie kennenlernen und dabei auf Tuchfühlung mit deren Bienenvölkern gehen.

Tag 1:

Neugierig betreten mein Lebensgefährte und ich die Seminarräume des gemütlichen Hotels in Buckow. Ich bin wirklich gespannt, denn von Imkerei habe ich bis dato so viel Ahnung, wie ein 3-Jähriger von Innenarchitektur. Davon abgesehen weiß man ja nie, was einen erwartet, wenn man neu in eine Gruppe fremder Menschen kommt.

Herzlich werden wir von den Veranstaltern, Gerrit und Karin Lang, begrüßt. Wie ich im Vorfeld recherchiert habe, handelt es sich bei Gerrit um einen echten Honig-Profi. Die Bioland-Wanderimkerei hat er 2001 gegründet. Karin ist als Produktentwicklerin bereits seit 20 Jahren auf der Suche nach natürlichen Süßungsmöglichkeiten und hat unter anderem die Bio-Marke „agava“ eingeführt. Bei einer weiteren Mitarbeiterin, Theresia, handelt es sich um Gerrits Schwester. Und auch einige junge Angestellte sind mitgekommen. Mitarbeiter und Teilnehmer verbreiten sofort gute Laune.

Ihre Gäste versorgt die Familie bestens. Bei frischen Salaten und appetitlichen Häppchen dürfen wir den leidenschaftlichen Unternehmern lauschen. Wir hören von der ökologischen Bedeutung des Imkereiwesens. Dass Imkerei aktiven Umweltschutz bedeutet, war mir in dem Ausmaß nicht klar. Doch 80 % aller Blütenpflanzen sind auf Bienen angewiesen. Nicht zuletzt für die Landwirtschaft ist deren gezielte Bestäubung überlebenswichtig. Karin und Gerrit verfolgen einen ganzheitlichen, philosophischen Ansatz. Für die Beiden bedeutet das, die Kette Erde-Pflanze-Tier-Mensch zu respektieren und Verantwortung zu übernehmen. Unter anderem geschieht dies durch den ökologischen Umgang mit Bienenkrankheiten. Die Varroamilbe – der bedeutsamste Bienenschädling weltweit – wird zum Beispiel nicht mit chemischen, sondern biologischen Methoden bekämpft. Konkret bedeutet das die Verwendung natürlicher Säuren, die dafür sorgen, dass sich die Bienen vermehrt putzen. Während konventionelle Mittel die Schädlinge auf Dauer resistent machen, lässt die ökologische Alternative die Bienchen erstarken. Der Verzicht auf Konservierungsstoffe oder andere Zusätze ist für das Unternehmen selbstverständlich.

 

Honig, der verzaubert

Es macht wirklich Spaß, dem Paar zu lauschen, während sie sich abwechseln. Sie ergänzen sich nämlich wunderbar. Hat der eine etwas vergessen, fügt der andere es hinzu. Und mir fällt auf, wie wahnsinnig gesund die Beiden aussehen. Karin strahlt von innen und außen, wenn sie von ihrer Berufung erzählt. Spricht sie von Honig, dann auf eine Art, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. „Cremig, schwer, mild, verträumt, kräftig, süß, verzaubernd“ – all das sind Beschreibungen, die Karin verwendet, während sie mit fließender Gestik von dem klebrigen Gold schwärmt. Ich dachte nicht, dass Honig so viele Nuancen haben kann, lerne aber bei der Verkostung, warum das so ist. Beim Sammeln verhalten sich Bienen blütentreu. Setzt man seine Bienen in einer Gegend ab, in der vorwiegend bestimmte Blütensorten vorkommen, sammeln sie auch nur von diesen Trachtenpflanzen. Heraus kommen die verschiedenen Sorten, wie Raps-, Akazien-, oder Tannenhonig. Und sie schmecken alle völlig unterschiedlich. Manche verführerisch süß, der Erdbeerbaumhonig dagegen extrem herb. Ich bin total begeistert.

Bienendisco

Ich möchte Euch nicht mit Biologieunterricht langweilen. Wie Honig entsteht, wissen wir ja ungefähr. Die Biene sammelt den Nektar, um ihr Volk damit zu versorgen und wandelt ihn zu haltbarem Honig um. Was die Wenigsten von uns aber wissen: Bienen tanzen, um ihren Kollegen attraktive Futterquellen aufzuzeigen. Nachdem eine Kundschafterin nämlich eine duftende Kostprobe mitgebracht hat, möchte sie die anderen Bienen von der gefundenen Quelle überzeugen. Dabei bedient sie sich zweier Tänze: Dem Rundtanz und dem Schwänzeltanz. Erster zeigt an, dass die Futterquelle in einem Radius von weniger als 100 Metern liegt, der Zweite signalisiert eine größere Distanz. Eine niedliche Vorstellung. Zum Schluss bekommen wir eine dicke Informationsmappe und eine Tüte mit leckeren Produktproben.

Am Abend wird gegrillt und wir unterhalten uns angeregt. Es ist unglaublich angenehm, denn jeder Teilnehmer hat so ein bisschen sein Thema, mit dem er gern zu einer guten Welt beitragen würde. Jedes Anliegen bekommt seinen Platz, es wird viel gelacht. Unsere gemeinsame Schnittstelle ist der Wunsch nach mehr Bewusststein. Und das erfordert der Imkerberuf definitiv: Eine aufmerksame Verbindung zur Pflanzenwelt, sowie achtsamen Umgang mit Tieren. Honig ist eben ein echtes Naturprodukt.

 

 

Tag 2:

Am Vorabend konnte uns Karin zwar alle beruhigen, aber etwas aufgeregt sind wir Teilnehmer schon. Nach einem stärkenden Frühstück geht es zu den Bienenstöcken. Karin sagt, dass die Tiere unterschiedlich auf verschiedene Menschen reagieren, aber alles gut ist, wenn wir entspannt bleiben. Als wir im Wald ankommen, hoffe ich schwer, dass die Tiere mich leiden können. Während wir Schutzkleidung anlegen, bereitet Gerrit seinen Smoker vor, um die Bienchen mit dem Rauch abzulenken und zu beruhigen. Vorsichtshalber inhaliere ich ein bisschen mit.

Der Aufbau eines Bienenstocks ist simpel und gleichzeitig absolut durchdacht. Die verschiedenen Räume sind übereinander angebracht. In jedem Raum stecken an die 20 Rahmen, die die akkuraten Waben umgeben. Drei Wesen gibt es im Bienenvolk: Während die Königin im Brutraum ihrer Aufgabe, der Aufzucht und dem Eier legen nachgeht, sind die männlichen Bienen, die Drohnen, einzig und allein dazu da, die Königinnen auf ihrem Hochzeitsflug zu begatten. Gefüttert wird das Volk von den Arbeiterbienen. Wirklich erstaunlich ist zu beobachten, wie die Königin sprichwörtlich umschwärmt wird.

Hingegen wenig beneidenswert sind die männlichen Drohnen. Zum Einen haben sie keinen Stachel und können sich nicht verteidigen. Und haben sie ihre Aufgabe erfüllt, sterben sie. Sollten doch welche bis zum Herbst überleben, werden sie aus dem Stock verjagt, damit keine Nahrung an sie verschwendet wird. Die Natur hält sich hier nicht mit Höflichkeiten auf. Wir müssen ein bisschen aufpassen, uns nicht direkt vor ihr Flugloch zu stellen. Das fänden die Tiere nämlich nicht so cool.

Ich habe keinerlei Angst mehr. Stattdessen fühle ich mich mittendrin, im Bienenleben. Gerrit und seine Mitarbeiter zeigen uns nacheinander alle Räume. Damit in die Honigräume keine Eier gelegt werden, ist über dem Brutraum ein Gitter angebracht, durch das die kleineren Arbeiterbienen schlüpfen können, aber die große Königin nicht. Es ist die pure Freude, das Volk bei seiner Arbeit zu beobachten. Man muss das wirklich einmal erlebt haben, um die Redewendung „fleißig, wie die Bienchen“, tatsächlich nachvollziehen zu können.

Nun dürfen wir den Honig mit kleinen Löffeln direkt aus der Wabe probieren. Das Wachs, mit dem die prall gefüllten Waben bedeckt sind, kann man mit essen. Der Honig schmeckt himmlisch. Wir rätseln gemeinsam, von welchen Trachtenpflanzen der süße Saft wohl stammt. Akazie ist auf jeden Fall dabei. Vielleicht noch Raps. Und so ein gefüllter Rahmen hat ganz schön Gewicht. Wir heben Rahmen und ganze Räume hoch, um zu schätzen wieviel Kilo Honig sich darin befindet. Irgendwann will ich mir unbedingt einmal ansehen, wie der Honig aus den Waben geschleudert wird.

Ich könnte Euch noch stundenlang so weitererzählen. Über den sympathischen Mitarbeiter, der durchgehend entspannt lächelt und ohne Schutzkleidung wirkt, als würde er von den Bienenvölkern als seinesgleichen angenommen zum Beispiel. Über Propolis – ein von den Bienen hergestelltes Harz, das mit seiner antibiotischen Wirkung ein beeindruckendes Naturheilmittel ist. Darüber, dass wohl auch die Bienen uns Teilnehmer für eine angenehme Truppe hielten, denn niemand wurde gestochen. Oder davon, wie niedlich ich die Vorstellung finde, wenn die Wanderimkerei mit ihren Tierchen im LKW Umzüge organisiert.

Stattdessen möchte ich Euch empfehlen, einmal selbst Bienenstöcke zu besuchen. Das Erlebnis war nämlich einzigartig und es bringt einen in die Gegenwart, wie kaum etwas anderes. Ich möchte mich außerdem beim Familienunternehmen Sonnentracht bedanken. Für die Gastfreundschaft, Fürsorge und diese unvergleichlichen zwei Tage. Ihr seid wirklich ein tolles Team! Und zum Schluss möchte ich einem neuen Kumpel einen Gefallen tun. Der wollte nämlich unbedingt mit auf’s Foto, wusste nur leider nicht genau, wie das geht.

 

 

 

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