Ich muss zugegeben: Die WM 2018 ist an mir vorbeigerauscht wie ein Krankenwagen im Einsatz. Vor dem ersten Deutschland-Spiel frage ich meinen Zweijährigen: „Sollen wir Fußball gucken?“ Ein begeistertes: „Jaaaa!“, ist die Antwort. „Fußball“ – das Wort kennt er. Es löst regelmäßig Freudenschreie bei seinen älteren Kindergartenkumpels aus. Also muss es sicher was ganz, ganz Tolles sein.

Etwa drei Minuten Fußballgucken später: Das Gesicht meines Sohnes ein einziges fassungsloses Fragezeichen. „Was ist denn daran so toll?“, scheint es zu schreien. Dicht gefolgt von einem: „Das ist so unfassbar langweilig!“

„Sollen wir rausgehen, zum Sandkasten?“, frage ich schließlich voller Mitleid und erhalte erneut ein begeistertes: „Jaaaa!“ als Antwort. Dieses Mal gepaart mit einem Sturm der Erleichterung. Er ist mir ja so ähnlich.

Wobei… Ein bisschen traurig war ich schon, das Spiel zu verpassen. Schließlich ist die Erinnerung an die letzte, so großartige Weltmeisterschaft noch taufrisch. Anders als es die deutsche Nationalmeisterschaft in diesem Jahr wohl gewesen ist. So hielt die Traurigkeit zumindest nicht lange an. Verpasst habe ich wohl nicht allzu viel.

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