Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Fast könnte man behaupten, es läge im Trend. Gleichzeitig jedoch scheint jeder den Begriff ein wenig anders für sich zu definieren. Von „bio und fair kaufen“ über „Plastik vermeiden“ bis hin zu „Essen, was lange satt hält“ habe ich hier schon alles gehört.

Laut Duden bedeutet Nachhaltigkeit so viel, wie:

„1. längere Zeit anhaltende Wirkung

2.a. (Forstwirtschaft) forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann

2.b. (Ökologie) Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“

 

In der Politik wiederum werden ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit unterschieden. Die Gleichstellung von umweltpolitischen, ökonomischen und sozialen Anliegen seien hierbei die Grundlage für eine nachhaltig stabile Gesellschaft.

Es wundert also nicht, dass ein nachhaltiges Leben viele Gesichter haben kann. Ein paar davon habe ich für den Bio Blog abgelichtet und dabei gefragt: Wie achtet Ihr im Alltag eigentlich auf Nachhaltigkeit?

 

Noch regelrecht mitgerissen von einem Ernährungsvortrag am Vorabend, ist der Fussballspieler Bastian. Dabei hat er eine spannende Theorie darüber, wie man Menschen am besten zu verantwortungsvollem Konsum motivert. „Der Referent gestern hat mit uns vor allem über gesunde Ernährung und gute Lebensmittelqualität gesprochen. Die Frage dabei ist ja immer auch, ob ich mir selbst was gutes damit tue, wenn ich das 08/15 Putenfleisch im Discounter kaufe“, erklärt er. Weil ihm als Sportler nämlich eine eiweißreiche Kost wichtig sei, käme er bei Billigprodukten am Ende gar nicht auf seine Kosten. Als Argument für eine nachhaltige Ernährung zähle für ihn also nicht nur die Tatsache, dass man mit dem Kauf von hochwertigen Produkten die Billigindustrie oder Massentierhaltung umgehe. „Am Ende ist mir einfach auch wichtig, dass ich meinem Körper nachhaltig etwas gutes tue. Das lasse ich mich dann auch gerne mal ein paar Euro mehr kosten.“ Die eigene Lebensqualität sei somit die beste Motivation für uns Konsumenten. Davon sei er überzeugt. „So schließt sich am Ende ein Kreis.“

 

Laura findet es wichtig, im Alltag unnötige Verpackungen zu vermeiden, um damit die Umwelt zu schonen. Das fange schon bei den Kleinigkeiten an. „Beim Einkaufen wähle ich eben das lose Obst und Gemüse und nicht die vorverpackten Weintrauben oder Tomaten. Ich nehme außerdem meine Stofftasche für den Transport mit.“ Weiterhin benutze die junge Frau öffentliche Verkehrsmittel, denn sie habe kein Auto.

 

 

Nachhaltigkeit als Lifestyle. So zuminest steht Nils zu dem Thema. „Ganz egal wo – für mich bedeutet nachhaltig zu sein ganz einfach bewusst zu leben und genau darauf zu achten, was ich kaufe.“ Am Anfang stehe somit immer das kritische Hinterfragen der Herkunft von Produkten. Für ihn sei Nachhaltigkeit eine Lebenseinstellung, die zu vielen, kleinen Kaufentscheidungen führe. Ein Auto habe er außerdem nicht.

 

 

„Natürlich! Vor allem fahre ich ein Auto, das wenig Benzin verbraucht“, erklärt mir Hannsjürgen stolz. (Ja, der Mann wird wirklich so geschrieben!) Seine Frau möchte nicht vor die Kamera, aber trotzdem gerne etwas zum Thema beitragen. Fröhlich fügt sie deshalb hinzu: „Und beim Essen achten wir auf jeden Fall auf Nachhaltigkeit. Wir kochen abwechslungsreich mit viel Gemüse und wenig Fleisch. Alles aus der Region, denn wir sind die typischen Marktgänger. Momentan ist es nur leider etwas zu kalt für den Markt“, bedauert sie.

 

 

Wirklich unzufrieden mit dem Angebot ist Lena. „Ich finde es einfach frustrierend, wenn man es im Alltag so schwer gemacht bekommt“, kritisiert sie. „Alles ist in Plastik eingepackt. Man kann das kaum umgehen.“ Doch nicht nur bei der Vermeidung von Müll würde sie sich mehr Unterstützung durch die Anbieter wünschen. „Für mich käme zum Beispiel auch gar nicht in Frage, auf mein Auto zu verzichten. Mein Studienort liegt knapp 60 Kilometer entfernt. Wenn ich da mit der Bahn fahre, bin ich nie pünktlich um 8 Uhr in der Uni.“ Das habe sie bereits ausprobiert.

 

 

Aus ihrem Alltag berichtet mir auch dieses tolle Team hier. Mutter Clarissa erzählt von der interessanten Herangehensweise ihres Lebensgefährten. „Er spart Ressourcen mit Technik“, verrät sie mir. „An meinen Heizkörpern hat er überall irgendwelche Geräte installiert, die er dann mit dem Handy steuern kann. Da ist alles eingestellt. Uhrzeit, Temperatur und so weiter.“ Sie persönlich vertraue aber noch nicht auf die volle Funktionsfähigkeit solcher Hilfsmittel. „Mir macht das sogar ein bisschen Angst“, gibt sie zu, „denn es kam auch schon vor, dass die Wohnung im Hochsommer plötzlich vollbeheizt war und keiner konnte die Heizung ausschalten“, lacht sie. Auch zum Verpackungswahn hat das Zweiergespann eine Meinung. „Heute Morgen erst haben wir uns darüber unterhalten.“ berichtet Tochter Emilia. „Nach dem Frühstück hatte ich so viel leere Verpackungen in der Hand, das ist schon bedenklich. Mir fällt sowas immer öfter auf.“ Besonders, wenn sie sich ihren geliebten Eiskaffee hole, habe sie inzwischen ein richtig schlechtes Gewissen. „Den gibt es ja immer nur in diesen Plastikbechern. Deshalb finde ich es super, wenn wiederverwendbare Coffee-To-Go-Becher angeboten werden.“ Insgesamt zögen die Frauen im Alltag jedenfalls an einem Strang. „Ich würde mir nur manchmal wünschen, verantwortungsvoller Konsum wäre nicht automatisch teurer“, bemängelt die Alleinerziehende. „Wenn man auf’s Geld achten muss, so wie ich, kommt es einem schon sehr verrückt vor, wenn das unverpackte Gemüse teurer ist, als das in der Plastikverpackung.“

 

 

Ramona müsse vor allem beim Thema Strom aufpassen, erzählt sie mir. „Wir haben zwei Terrarien. Die verbrauchen natürlich total viel Strom“, gesteht sie. Einzudämmen versuche sie das, indem sie den Strom wenn möglich zwischendurch einmal abschalte. Weiterhin achte sie gut auf ihre Heizkosten. „So versuche ich das dann sozusagen ein bisschen auszugleichen.“ Momentan freut sich Ramona, die Heizeinstellungen wieder an die milder werdenden Temperaturen anzupassen zu können.

 

 

Zusammenfassend können wir also sagen, dass jeder von uns seine eigene Art hat, nachhaltig zu leben. Die einen sind wahre Sparfüchse, die anderen Genussmenschen, die nächsten wiederum sehen ihre Kaufentscheidungen als Botschaft an die Industrie. Beim Frühstück angefangen, über den Arbeitsalltag bis hin zum kuscheligen Feierabend auf dem Sofa – es gibt unendlich viele Möglichkeiten für uns, achtsam zu konsumieren.

 

Deshalb interessiert mich natürlich auch Eure Meinung: Wie achtet Ihr im Alltag auf Nachhaltigkeit?

 

 

 

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