Schon als kleines Mädchen wurde ich gerne liebevoll als „Öko“ bezeichnet. Für mich mittlerweile tatsächlich ein Kompliment! Denn gerade in den letzten Monaten musste ich mich gezwungenermaßen besonders viel mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ befassen. Begleitet von Nachrichten über plastikverseuchte Meere, ausgestorbene Tierarten und Klimawandel wirst du schließlich nachhaltig daran erinnert, das etwas gründlich schief läuft in unserer Zeit.


Der erste Schritt den die meisten Menschen dann gehen, ist die Suche nach Schuldigen für die Misere. Mit dem Finger auf andere zu zeigen, ist schließlich eine nützliche Methode, um von den eigenen Problemen abzulenken. Und sie funktioniert! Vor allem kommt man so gar nicht erst dazu, darüber nachzudenken, ob eine eventuelle Mitschuld im Bereich des Möglichen liegt.

ACHTUNG, jetzt kommt mein riesengroßes ABER:

Es ist einfach, die gesamte Verantwortung an Großkonzerne oder Politiker abzugeben. Sinnvoller allerdings wäre es, selbst das zu tun, was jeder einzelne von uns tun kann, um die Welt wieder ein kleines bisschen grüner zu machen. Andere sollen sich ändern und Maßnahmen ergreifen? Mach´s vor, mach´s besser, werde selbst aktiv und etabliere ein nachhaltiges Leben in deinem persönlichen Alltag! Das geht in kleinen oder größeren Schritten – wichtig ist, überhaupt in eine Vorwärtsbewegung zu kommen!

Meine Kollegin Jenny hat hier schon einige Tipps ihrer oberfränkischen Mitmenschen gesammelt.

 

           

Und was geht außerdem, um Verpackungsmüll zu sparen, Ressourcen zu schonen und die Umwelt weniger zu belasten? Zum Beispiel das hier:

 

Nachhaltig einkaufen

Mit deinem Einkauf triffst du nicht nur eine persönliche Wahl, sondern du setzt ein Zeichen. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot. Das ist nicht nur´n kluger Spruch, sondern stimmt tatsächlich. Die Unternehmen schauen ganz genau was gekauft wird und was nicht. Wenn du zu Paprika in Plastikverpackung greifst, statt zu loser Ware, wird es auch weiterhing Paprika in Plastikverpackungen geben. Jeder einzelne von uns gibt mit seinem Einkauf eine Stimme ab.

Was du tun kannst:

  • Kaufe Bio, regional & Fairtrade!
  • Greife zu losem Obst und Gemüse!
  • Wähle Mehrwegprodukte!
  • Verwende eigene Behältnisse für Thekenware!
  • Nutze wiederverwendbare Coffee-to-go-Becher!
  • Kaufe nachhaltige Kleidung und Dinge, die lange halten!

 


Nachhaltiger Umgang mit gekauften Dingen

Neu, neuer, am neuesten: Dieses Credo wird uns von unserer Wegwerfgesellschaft unentwegt suggeriert. Völliger Quatsch und alles andere als nachhaltig! Warum denn kaputte Sachen nicht einfach reparieren oder reparieren lassen, statt sie direkt in die Mülltonne zu stopfen?
Ein wundervolles Beispiel dafür sind ForSchur. Das kleine Berliner Unternehmen gibt mittlerweile rund 300 Kilogramm an Wolle bzw. alten Wollpullovern im Monat ein zweites Leben. ForSchur verwandelt die ehemals aussortierten Kleidungsstücke in wunderschöne neue Klamotten, hauptsächlich für kleine Wollliebhaber.
Besonders toll: Man kann ForSchur auch seine eigenen alten Wollsachen schicken und die Mädels verwandeln sie in neue! Ich durfte damit gerade prima Erfahrungen machen. Der alte Walkanzug meines Sohnes, der von Motten heimgesucht worden war, bekam eine Schönheitskur der besonderen Art. ForSchur nähte wundervolle Handschuhe, Stulpen und ein Stirnband für meinen kleinen Wildfang draus. Ich bin sehr verliebt und kann die Berliner Mädels nur wärmstens weiterempfehlen.


Was du tun kannst:

  • Gehe auf Flohmärkte oder in Second-Hand-Läden, nutze Online-Portale für Second-Hand-Kleidung oder besuche Tauschpartys!
  • Repariere die Dinge statt sie wegzuschmeißen und neu zu kaufen!
  • Mach Dinge, die du selber herstellen kannst selbst, z.B. Deo oder Orangenöl-Reiniger!
  • Teile Dinge oder leihe sie dir aus, statt sie zu kaufen!
  • Nutze Foodsharing!
  • Wenn du doch entsorgen musst, tue es richtig und recycele!

So wenige Möglichkeiten nachhaltig ins Geschehen einzugreifen, hat man also gar nicht. Dabei beziehen sich diese Listen allein auf den Konsum-Bereich. Hinzu kommen Dinge wie öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Fahrrad zu fahren, bei kurzen Strecken zu laufen statt das Auto zu nehmen, Flugreisen zu meiden, weniger Fleisch zu essen, Strom & Wasser zu sparen, richtig zu heizen etc. pp.

Jetzt interessiert mich natürlich eine Sache noch brennend:

Wie integrierst du Nachhaltigkeit in deinen Alltag?