In den letzten Wintermonaten habe ich mich von einer Erkältung zur nächsten geschleppt. Mit dem Kitabeginn meiner Tochter kamen auch die Infekte, die mich müde und abgespannt gemacht haben. Jetzt, wo der Frühling quasi vor der Tür steht, möchte ich meine Batterien neu aufladen und die Kraft und Energie, die ich als Mama so sehr brauche, wieder zurück gewinnen. Detox bzw. Entgiften heißt das Zauberwort – aber ist da überhaupt was dran?

Mit Detox, wie man auf Neudeutsch so schön sagt, soll sich der Körper durch eine kurze Ernährungsumstellung mit Säften und Smoothies, bzw. einer basischen Ernährung von Innen selbst reinigen. Detoxanhänger schwören darauf, dass der Körper die durch ungesunde Ernährung, Alkohol, Rauchen, Umweltgifte oder einfach nur Alltagstress verursachten Gifte im Körper mit regelmäßigen Detox-Kuren loswerden kann. 

Aber funktioniert eine Detox-Kur auch im Alltag einer (Single-)Mama? Wie kann ich meinen Körper zwischen Job, Windeln und dem restlichen Alltagsstress entgiften, ohne dass es zu einem zusätzlichen Stressfaktor für mich wird? Ich habe es einfach mal ausprobiert und werde euch in diesem Artikel einen kleinen Erfahrungsbericht geben.

Auf die Idee einer Detox-Kur kam ich, als ich neulich eine ARTE Dokumentation über das Heilfasten gesehen habe. Also begann ich mich ein bisschen näher mit den verschiedenen Arten des Fastens zu beschäftigen, und habe mir die für mich am alltagstauglichsten Variante herausgesucht.

Da ich als Single-Mama einer fast 2-jährigen Tochter, die noch sehr viel Aufmerksamkeit von mir braucht, keine „richtige“ Fastenkur durchhalten würde, war meine erste Idee eine 3-tägige Saftfasten-Kur. Ich dachte, 3 Tage nur Säfte- und Smoothies trinken, wäre ein Klacks. Aber während meines Selbstversuchs stellte sich heraus, dass ich mir damit zu viel zugemutet hatte. Nach einem Tag ohne feste Nahrung war ich energieloser als zuvor: Mir war kalt, ich wollte einfach nur im Bett liegen und schlafen, außerdem hatte ich extrem schlechte Laune und noch dazu wurde mein Vorhaben auf die Probe gestellt, als mich meine Tochter liebevoll mit ihrem eigenen Essen füttern wollte. Keine guten Voraussetzungen, um sich um ein immer nach Aufmerksamkeit sehnendes Energiebündel zu kümmern. Also entschied ich mich, das Saftfasten meiner Tochter und mir zuliebe durch Rohkost und den Verzicht auf tierische Produkte, Kaffee und Alkohol abzulösen. Da ich vor meiner ursprünglich geplanten Saftfastenkur während zwei Entlastungstagen schon mit einer Ernährungsumstellung auf leichte Rohkost und den Verzicht auf säurehaltige Lebensmittel begonnen hatte, setze ich diese einfach fort. Es fiel mir dann nach meinem kleinen „Saftfasten-Tief“ überraschend leicht – wahrscheinlich weil ich mich seelisch schon darauf eingestellt hatte, nur noch flüssige Nahrung zu mir zu nehmen.

Meine Detox-Variante erinnert an das Basenfasten. Beim Basenfasten wird der Säure-Basen-Haushalt des Körpers durch eine Ernährung aus basischen Nahrungsmitteln wie z.B. den meisten frischen Obst- und Gemüsesorten, Kräutern, Samen und Nüssen stabilisiert. Auf säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Getreide, Kaffee, Zucker, Alkohol etc. wird verzichtet, wodurch eine Entgiftung im Körper stattfinden soll.

Diese Form des Fastens ließ sich erstaunlich gut in meinen Alltag integrieren und ich fühlte mich sogar wieder fit genug, um Joggen zu gehen bzw. jeden Tag 25 Minuten Yoga machen zu können.

Vor dem Start meiner 1-wöchigen Basenfasten-Kur machte ich meinen Wocheneinkauf im denns Biomarkt: Frisches Obst, Gemüse, Fastentee und Sauerkrautsaft, Rote Bete Most und der Fitnesscocktail aus dem „Fastenkasten“ von Voelkel standen u.a. auf meiner Einkaufsliste.  Für meine Tochter kochte ich das Abendessen für eine Woche vor, sodass ich nicht ständig in die Versuchung kam, davon zu naschen oder während des Kochens schwach zu werden.

Nach meinem morgendlichen Sportprogramm bestand mein Frühstück meistens aus einer Smoothie-Bowl und zusätzlich viel Flüssigkeit wie Tee oder Wasser. Die Smoothie-Bowl und vor allem das Dattel-Kokos-Topping kamen übrigens auch super bei meiner Tochter an. Kleiner Tipp: Während der Zubereitung des Smoothies kann man gleich einen Obstteller für die Kleinen mitmachen.

Mango-Kurkuma-Bowl mit Dattel-Kokos-Topping

Zubereitungszeit: etwa 15 Min.

Zutaten für 2 kleine Smoothie-Bowls:
1 Mango
1 Zitrone
1 Banane
1 Orange 
6 g frischer Ingwer
3 g frischer Kurkuma
100 ml Kokoswasser

Für das Topping:
6 Datteln, entsteint
3 EL Kokosflocken
½ Banane
½ Mango
6 Basilikumblätter

Zubereitung:

  • Für den Smoothie Mango schälen, Fruchtfleisch vom Kern befreien und grob würfeln. Zitrone waschen, trocken reiben, die Hälfte der Schale abreiben und  beiseite stellen. Zitrone pressen. 
  • Restliche Zutaten ebenfalls schälen, grob würfeln und mit der Mango und dem Zitronensaft in einen Standmixer geben. Mit Kokoswasser cremig mixen und auf 2 Schalen verteilen.
  • Für das Topping Datteln sehr fein hacken und mit den Kokosflocken und der Zitronenschale vermengen. (Wer einen Hochleistungsstandmixer besitzt, kann das Topping auch ganz einfach im Mixer herstellen). Banane und Mango schälen, in feine Scheiben schneiden und dekorativ auf dem Smoothie verteilen. Das Topping daneben streuen, mit Basilikumblättern garnieren und genießen.

Das Mittagessen ließ sich dann sehr gut mit einem Glas Gemüsesaft überbrücken. Zwischendurch habe ich Nüsse und ungeschwefelte Trockenfrüchte gegessen, über die sich auch meine Tochter gefreut hat. Getrocknete Aprikosen stehen bei uns grade ganz hoch im Kurs! Zum Abendessen gab es für mich entweder einen Rohkost-Salat mit Nüssen, Samen oder Sprossen, oder einen frisch gemixten Smoothie.

Ananas-Sellerie Smoothie mit Gurke und Orange

Zubereitungszeit: etwa 10 Min.

Zutaten für 750 ml Smoothie:
400 g Ananas
2 Orangen
3 g frischer Kurkuma
5 g frischer Ingwer
2 Stangen Sellerie
½ Gurke
1 TL Brennesselpulver

Zubereitung:

  • Ananas, Orangen, Kurkuma und Ingwer schälen und grob würfeln. Sellerie und Gurke putzen und ebenfalls grob würfeln. Alle Zutaten in einen Standmixer geben und zu einem cremigen Smoothie mixen. Mit ein paar Gurken- und Ananasscheiben und  Selleriegrün garniert genießen.

Über den Tag verteilt trank ich etwa 2 l Wasser und 2–3 Tassen Fastenkräutertee, der das Entgiften des Körpers zusätzlich begünstigen soll. Auch ein frischer Kurkuma-Ingwertee mit Zitrone und Ingwer half mir, den Heißhunger auf „verbotene Lebensmittel“ gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Kurkuma Ingwer-Tee mit Zitrone und Orange

Zubereitungszeit: 8 Min.

Zutaten für 1 Kanne Tee:
3 TL frischer Kurkuma
3 TL frischer Ingwer
2 Orangen
1 Zitrone
1 l kochendes Wasser

Zubereitung:

  • Kurkuma und Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Mit kochendem Wasser aufgießen und 5 Min. ziehen lassen.
  • Währenddessen Zitrone pressen und Blutorangen in Scheiben schneiden. In den Tee geben und genießen.

Nachdem ich meine Tochter abends ins Bett gebracht hatte, bin ich in dieser Woche, anstatt weiter an meinen Jobs zu arbeiten, für die nötige Entspannung mit einem Buch in die Badewanne und danach früh ins Bett gegangen. Das Handy und der Laptop blieben aus, sodass ich den Abend für mich hatte.

Übrigens finde ich die Idee des Digital-Detox neben einer auf die Ernährung bezogenen Detox-Kur sehr spannend. Ich habe mir fest vorgenommen diese Variante auszuprobieren, sobald meine Tochter alt genug ist um bei ihren Großeltern zu bleiben. Dann werde ich mit einer Freundin mit einem Detox-Wocheneinkauf für eine Woche irgendwo in die Natur fahren, Laptop daheim lassen und das Smartphone nur für Notfallanrufe in die Hand nehmen. Klingt nach einem guten Plan, oder?

Zurück zu meinem kleinen Detox-Erfahrungsbericht: Die Entscheidung, das Saftfasten durch eine mildere, dafür aber länger andauernde Detox-Variante zu brechen, war genau richtig für mich und meinen Alttag als freiberufliche Single-Mama. Anstatt mich zu quälen, habe ich gar nicht mehr viel über das was ich nicht essen „durfte“ nachgedacht. Es fühlte sich hingegen natürlich und viel weniger nach Verbot und Verzicht an. Auch meinem Körper merkte ich nach 3 Tagen an, wie sich langsam wieder seine Batterien aufluden. Ich war weniger müde und startete motivierter und energiegeladener in den Tag – was natürlich auch mit dem längeren Schlaf und dem digitalen Verzicht am Abend zusammenhängen kann.

Kleiner positiver Nebeneffekt: Ich hatte mehr Zeit für mich und meine Tochter, weil das Zubereiten von Smoothies oder Rohkostsalaten viel weniger Zeit als Kochen in Anspruch nimmt. Ich konnte ein kleines bisschen achtsamer mit mir umgehen und mir öfter als sonst bewusst die Frage stellen: Wie geht es mir grade? Bisher wurde ich sogar auch von weiteren Erkältungen verschont – mal sehen wie lange das anhält.

Fazit: Ich habe vor, auch in Zukunft alle paar Monate eine Detox-Woche einzulegen, auch wenn der tatsächliche Erfolg von Detox-Kuren noch nicht wissenschaftlich belegt ist. Was spricht dagegen, innezuhalten und sich für einen Zeitraum bewusster zu ernähren? So lange es sich ohne Qual in meinen Alltag integrieren lässt und ich mich danach besser fühle, rate ich allen dazu, es einfach mal auszuprobieren. Und obwohl oder gerade weil mein Alltag als Mama oft schon genug Herausforderungen mit sich bringt, bin ich richtig stolz auf mich, diese kleine Challenge als eine so positive Erfahrung erlebt zu haben.

Tipp: Wer unter gesundheitlichen Einschränkungen leidet, sollte natürlich vorher seine Ärztin oder seinen Arzt zu Rate ziehen.