Slow Food, Slow Fashion, Slow Sex – die Entschleunigung des Lebens – auch bekannt als Slow Movement, entdeckt immer neue Daseinsbereiche. Eine der neuen Richtungen finde ich besonders sinnvoll, weil sie mir ganz natürlich erscheint und ich sie gefühlt schon immer so umgesetzt habe: das Slow Gardening.

Verwilderte Gärten hatten auf mich schon immer eine geheimnisvolle Faszination. Das was andere als Unkraut wahrnehmen, finde ich wunderschön – ganz abgesehen davon, dass viele sogenannte Unkräuter durchaus nützlich sind.

Völlig verwildern lassen muss man seinen Garten beim Slow Gardening natürlich nicht. Es geht vielmehr darum, den Perfektionismus um Rasenkanten und unkrautfreie Beete zu durchbrechen, zu spüren, zu genießen und dabei die Hektik des Alltags zu vergessen.

 

Langsames Gärtnern hat irgendwie etwas Therapeutisches – gerade für gestresste Arbeitstiere. Raum für Entspannung, die Konzentration aufs Wesentliche und ganz viel Loslassen – Stress, Perfektionismus, gar depressive Verstimmungen verschwinden beim achtsamen Gärtnern mit der Leichtigkeit einer warmen Sommerbrise, die durch die Blätter des Apfelbaums weht.

Achtsamkeit – das „im Moment sein“ – ist etwas ganz Wesentliches der Slow Gardening-Bewegung. Der Garten wird betrachtet als Ruhe-Oase in der man seinen Akku nachhaltig wieder aufladen und etwas wachsen lassen kann.

Genauso achtsam geht es dann bei der Zubereitung und dem Genuss des selbst gezogenen Gemüses daher. Das Gefühl in die eigens angebaute Tomate zu beißen ist ein besonders sinnliches.

Wie sieht dein Traumgarten aus – perfekte Kanten oder frei, wild und wunderbar?