Er gehört zum Weihnachtsfest wie das Kalb zur Mutterkuh – der strahlend geschmückte Weihnachtbaum. Schon als Kind zweifelte ich den Sinn desselben an. Mir wollte nicht in den Kopf, weshalb man einen gesunden Baum abschlug, um ihn sich ins Wohnzimmer zu stellen und Krimskrams dranzuhängen. Nachdem ich aus meinem Elternhaus gezogen war, boykottierte ich diese Tradition sehr vehement. Und dann wurde ich Mutter …

All die mit dem leuchtenden Baum verknüpften Emotionen prallten auf mich ein. Die Weihnachtszeit im Kindergarten, Weihnachtsfeste bei den Großeltern & Weihnachtslieder wie „Oh Tannenbaum“ taten ihr Übriges, um auch in meinem Sohn den Wunsch nach einem Bäumchen, das er schmücken konnte zu wecken. Ich entschied mich für einen Kompromiss und so zog im vergangenen Winter eine Zimmertanne bei uns ein, die wir seitdem pflegen und hegen auch wenn das kleine Sensibelchen es uns nicht gerade einfach macht. Aber gegen eins wehr(t)e ich mich nach wie vor: Plastik-Deko und anderer müllproduzierender Weihnachtsbaumschmuck sollte mir nicht an die Tanne kommen. Einzige Ausnahme bildet die Mini-Lichterkette, die ich meinem Sohn nicht verwehren wollte. Ansonsten sollte es möglichst nachhaltig zugehen.

 

Weihnachtsbaumschmuck aus Wachsresten

Als erstes schnappte ich mir all die Wachsreste abgebrannter Kerzen, die ich im Laufe der letzten Monate gesammelt hatte. Zusammen mit meinem Kleinen machte ich Anhänger für die Weihnachtstanne draus. Und zwar so:

Du brauchst:

  • Wachsreste
  • eine große Auflaufform oder ein Backblech
  • Backpapier
  • Plätzchenausstecher
  • optional: Gewürzkörner
  • Kerze
  • Nadel
  • Band zum Aufhängen

 

So funktioniert es:

Wachs im Wasserbad schmelzen. Flüssiges Wachs in die mit Backpapier belegte Auflaufform oder auf das Backblech gießen. Ausstechformen in das Wachs setzen, optional mit Gewürzkörnern dekorieren und abkühlen lassen.

Wachs vorsichtig aus der Form lösen. Nadelspitze über der Kerzenflamme heiß werden lassen. Mit der heißen Nadel vorsichtig ein Loch in den Wachsanhänger bohren. Band durchfädeln und Enden verknoten.

 

Weihnachtsbaumschmuck aus Lovechock-Verpackungen

Als nächstes mussten einige unserer vielen, vielen, vielen gesammelten Lovechock-Verpackungen dran glauben. Kennst du diese Schachteln? Als zuckervermeidender Schokojunkie fallen bei mir einige davon an. Innen sind sie wunderbar bunt gestaltet, so dass ich sie nicht einfach wegwerfe, sondern zum Basteln aufbewahre. Daraus machten wir also den nächsten Weihnachtsbaumschmuck in Form von Sternen in allen Variationen und andere nett aussehende Gebilde. In Streifen geschnitten, gebogen, geformt und geklebt wird nett gemusterte Deko draus.

 

Streifen sind generell´ne gute Sache – ob aus Fehldrucken, Geschenkpapierresten, Zeitungspapier oder direkt die Papier-Streifen aus dem Aktenvernichter. Bastelnderweise kann man diesen Dingen ziemlich einfach eine neue, wesentlich schönere Form geben und sie an den Weihnachtsbaum hängen.

 

Papiersterne aus Streifen

Papier- oder Pappstreifen über eine scharfe Kante (Schere, Lineal) ziehen um sie zu runden und zu Kreisen zusammenkleben. Etwas in Form biegen, so dass Ovale entstehen und aneinander kleben.

 

 

Pappsterne aus Klopapierrollen

Rolle gleichmäßig in sechs 1,5 cm dicke Kreise schneiden. Kreise vorsichtig zu Ovalen biegen und aneinanderkleben. Das Ganze kann natürlich noch angemalt oder beklebt werden, sofern du das tun möchtest.

 

Tannenzapfen-Deko

Tannenzapfen am Weihnachtsbaum sind´ne tolle Sache und die einfachste nachhaltige Deko, die ich kenne. Einfach ein Band am Zapfen befestigen und aufhängen.

Man kann aber natürlich auch etwas kreativer sein, dem Zapfen bspw. ein Walnussköpfchen geben, ein Gesicht malen und eine Zipfelmütze oder Mooshaare drauf setzen. Denkbar sind auch Flügel aus Blättern oder Ärmchen aus Blattstielen. Für unser Zimmertännchen ist das jedoch zu viel des Guten. So viel Gewicht würde sie mit herabhängenden Spitzen honorieren. Für stärkere Bäumchen ist die Tannenzapfen-Deko perfekt.

 

 

Essen am Baum

Eine weitere Möglichkeit des nachhaltigen Weihnachtsbaumschmuckes sind die allseits beliebten Orangenscheiben, die zusätzlich einen himmlischen Gute-Laune-Duft verströmen. Auch Plätzchen oder Lebkuchen eignen sich – bei meinem Schleckermäulchen von Sohn wäre dieser Schmuck allerdings nicht von langer Dauer. 😉 Außerdem lassen sich aus Nüssen oder getrockneten Beeren hübsche Girlanden fädeln und um den Baum legen.

 

Soweit von den Errungenschaften meines Sohnes und mir in puncto nachhaltiger Weihnachtsbaumschmuck. Wie sieht es bei dir aus? Womit wird bei dir der Baum verschönert oder verzichtest du vielleicht komplett auf einen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer?

Ich freue mich über deinen Kommentar & wünsche dir gleichzeitig eine wunderschöne Weihnachtszeit!

Bleib entspannt!

Deine Kathi