Rettet den Brokkoli! So lautet unser Motto beim Blick ins Gemüseregal. Denn von Vielfalt kann in der Brokkoli-Kiste grundsätzlich nicht wirklich die Rede sein. Warum das so ist, wie wir unseren Brokkoli retten können und was Rasmus und Öko-Züchtung damit zu tun hat, erfährst du in diesem Artikel.

Die Brokkoli-Vielfalt kommt an ihre Grenzen.

Wir alle schätzen die vielfältige Auswahl in der Obst- und Gemüsetheke. All die unterschiedlichen Sorten, Farben und Geschmacksrichtungen sorgen für Abwechslung auf unseren Tellern. Doch beim Brokkoli hapert’s etwas mit der Vielfalt. Ist dir schon mal aufgefallen, dass alle Brokkolis eigentlich immer gleich aussehen? Sie sind ziemlich gleich groß, fast gleich schwer und schmecken relativ gleich.

Der Brokkoli-Anbau wird von Hybrid-Sorten dominiert 

Das liegt daran, dass Kohlsorten – wozu auch der Brokkoli gehört – im Anbau von Hybriden dominiert werden. In anderen Worten: Ein Brokkoli gleicht dem anderen Brokkoli. Hybridsorten sind auf einheitliches Aussehen sowie schnelles Wachstum gerichtet. Sie können allerdings nicht – wie es von der Natur aus vorgesehen wäre – nachgebaut werden. Den genauen Unterschied zwischen nachbaufähigem und hybridem Saatgut kannst du in diesem Blogartikel nachlesen.

In der EU waren 2015 von 193 zugelassenen Brokkoli-Sorten nur 31 Sorten samenfest.

Hinzukommt, dass auch der Klimawandel Kulturpflanzen vor ganz neue Herausforderungen stellt. Wir brauchen deshalb nachbaufähige Sorten aus ökologischer Züchtung, die widerstandskräftig und anpassungsfähig an Umweltveränderungen sind. Hier ist die Öko-Züchtung gefragt, denn vielfältige, ökologische (Brokkoli)Sorten sind dringend nötig! Mit der Initiative „Kernkraft? Ja, bitte!“ setzt sich denn’s Biomarkt mit vielen Partnern für die Stärkung der Öko-Züchtung ein.

Wir machen Schluss mit dem Einheitsbrei

Denn jetzt kommt Rasmus! ‚Rasmus‘ ist eine ökologisch gezüchtete, samenfeste Brokkolisorte  und ein riesiger Erfolg für die Bio-Branche. Doch bis Rasmus entstand, war es ein langer Weg.

Der gemeinnützige Verein Kultursaat e.V.  beschäftigt sich bereits seit über 25 Jahren mit ökologischer Züchtung und der Erforschung von nachbaufähigen Gemüsesorten. Vor fast 20 Jahren hat die Agraringenieurin und Züchtungsforscherin Christina Henatsch mit der züchterischen Arbeit am Brokkoli begonnen. Von 2011 bis 2019 konnte durch verschiedene geförderte Projekte mit Kooperationspartnern die Züchtungsarbeit nochmal deutlich vorangetrieben werden.

Die ganze Arbeit hat sich gelohnt! Der Vertriebspartner Bingenheimer Saatgut vermehrt seit 2017 Saatgut von Rasmus. Dieses steht seit 2018 für den Anbau zur Verfügung.

Und tatsächlich sind bereits im Juli diesen Jahres 5.000 Jungpflanzen von Rasmus gesetzt worden.

Ökologisch gezüchtet: Was Rasmus ausmacht

Endlich weht also ein frischer Wind im Brokkoli-Beet. Rasmus ragt sowohl mit seinem äußeren  Erscheinungsbild, als auch mit seinen inneren Werten aus der Masse heraus. Wusstest du eigentlich, dass der Brokkoli aus einem riesigen Blüten-Bündel besteht?

Die Blütenknospen enthalten ätherische Öle, die Rasmus im Geschmack ein fein würziges Senfaroma verleihen. Der Stiel ist außerdem sehr mild und eignet sich optimal als Rohkost-Snack zwischendurch!

Der Brokkoli ist ein großes Blütenbündel.

Welche Vielfalt in Rasmus steckt, macht sich bereits auf den ersten Blick bemerkbar. Manche Köpfe sind größer, andere kleiner. Die einen fester, andere lockerer. Die einen heller, die restlichen gräulicher. Aber keine Sorge, Rasmus sieht trotzdem aus wie ein gewöhnlicher Brokkoli – nur ein bisschen anders eben!

Neben Aussehen und Geschmack ist Rasmus sehr gut bekömmlich. Für Christina Henatsch ist es sehr wichtig, dass ihre Gemüsezüchtungen für uns Menschen sowohl physisch, als auch seelisch eine Stärkung sind.

Natürlich äußert sich die ökologische Züchtung von Rasmus auch im Anbau. Vielfalt bedeutet hier, dass die Pflanzen unterschiedlich schnell wachsen und so der Pflegeaufwand höher wird. Es sind teilweise auch mehrere Erntegänge erforderlich. Bisher ist vieles Neuland und für die Anbaubetriebe sehr spannend.

Mach mit und rette den Brokkoli

Zwei Betriebe haben diese Saison erstmals die neue Brokkoli-Sorte Rasmus für die Gemüsetheken der denn’s Biomärkte angebaut. Rasmus ist ab dem 7. Oktober in ausgewählten denn’s Biomärkten erhältlich. Du möchtest Rasmus probieren? Dann frage gerne bei den MitarbeiterInnen im Markt nach und teste den besonders schmackhaften Brokkoli!

Außerdem kannst du ab jetzt an der Kasse „Aufrunden“ sagen und damit ökologische Züchtungsprojekte fördern. Das gesammelte Geld fließt zu 100% in die „Kernkraft? Ja, bitte!“ Initiative.

Ich persönlich bin ja schon lange ein Brokkaholic! Ob roh, gedünstet oder gebacken – ich liebe Brokkoli über alles und dabei ist er auch noch super regional und gesund! Also, nichts wie ran an den Brokkoli!