Kürbis Waffeln mit Kaffee

Wenn ich die Zeit anhalten könnte, dann würde ich es vermutlich genau in diesem Moment tun. Im Oktober. Zwischen Kürbissen und mit Halloween-Vorbereitungen beschäftigt. Halloween ist mein liebstes Fest im Jahr und ich freue mich, dass es in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnt. Auf Höfen werden Kürbisfeste gefeiert, der größte Kürbis ausgezeichnet, Labyrinthe aus Kürbissen gebaut und meterhohe Kürbistürme gestapelt. Nicht zu vergessen das Schnitzen der gruseligen Kürbislaternen. Vor einigen Jahren kannten wir solche Bräuche nur aus dem amerikanischen Fernsehen. Dabei waren Kürbisse vor dem zweiten Weltkrieg weit verbreitet in Deutschland. Während des Krieges soll man sie bekommen haben, ohne Lebensmittelmarken eintauschen zu müssen. Zur Zeit des Wirtschaftswunders, war der Kürbis dann als Speise der Armen abgestempelt und geriet beinahe in Vergessenheit. Erst Jahrzehnte später gelangten Sorten wie der gelbe Zentner zurück in die Läden. Hokkaido und Butternut wurden immer beliebter. Mittlerweile gibt es bei uns eine stetig anwachsende Auswahl von den weltweit über achthundert existierenden Kürbisarten.

Kürbis-Tipps

  • Manche Kürbisse lassen sich schwer zerteilen, weil sie zum Beispiel sehr groß sind oder eine harte Schale haben. Ich lege meine Kürbisse vor dem Zerschneiden daher etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten bei 100°C in den Backofen. Dadurch wird die Schale etwas weicher und die Verarbeitung leichter. Wenn kein Weg daran vorbei ging, habe ich aber auch schon mal einen Riesenkürbis aus eineinhalb Metern Höhe auf den Boden fallen lassen. Durch die entstandenen Risse, ließ er sich leichter öffnen.
  • Die Kürbisarten werden unterschieden zwischen Zierkürbissen und Speisekürbissen. Erstere sind nur als Dekoration verwendbar, da sie zu viele Bitterstoffe (giftige Cucurbitacine) enthalten. Manchmal entpuppt sich ein eigentlicher Speisekürbis als ungenießbar, weil er zum Beispiel eine Kreuzung zwischen Speise- und Zierkürbis ist. Das kann passieren, wenn beide Sorten nebeneinander angebaut werden. Wer vor der Zubereitung sicher gehen will, kann ein rohes Stück probieren. Wenn das Kürbisfleisch sehr bitter schmeckt, lieber nicht verzehren.
  • Kleine Kürbisse sind nicht nur angenehmer zu tragen. Sie haben meist außerdem ein festeres Fruchtfleisch, weniger Fasern und schmecken intensiver als ihre großen Verwandten.
  • Reife Kürbisse erkennen wir mit einem Klopfen gegen die Schale. Klingt der Kürbis leicht hohl, hat außerdem einen verholzten Stiel und ist ansonsten unverletzt, kann er in den Einkaufskorb. Fehlt der Stiel, können Fäule-Bakterien leichter in den Kürbis gelangen.
  • War der Kürbis doch zu groß und es ist zu viel Fruchtfleich übrig geblieben, kann es blanchiert und danach ohne Probleme eingefroren werden. Ansonsten hält sich ein angeschnittener Kürbis etwa zwei Tage im Kühlschrank.

Für Kürbisse, mit Ausnahme der verwandten Zucchini, gibt es nur wenige Mindestanforderungen bezüglich der Vermarktung. Für mich ist es daher besonders wichtig Kürbisse mit Bio-Siegel zu kaufen, da für diese die Vorgaben der Ökoverordnung gelten und ich leichter nachvollziehen kann, woher die Kürbisse stammen. Ich kann mir außerdem sicher sein, einen Kürbis zu bekommen, der nicht mit Schadstoffen belastet und tatsächlich zum Verzehr geeignet ist, wenn es drauf steht.

Öko-Landwirt*innen setzen auf gesunde Böden und durchdachte Fruchtfolgen, die die Böden erhalten, anstatt auf Pestizide und umweltbelastende Dünger. Das Lebensmittelinstitut Oldenburg untersuchte 2006 mehrere Kürbis-Proben auf Pflanzenmittelrückstände und fand bei einigen Dieldrin, ein stark umweltbelastendes Pestizid, dass nur schwer abgebaut werden kann und tatsächlich schon seit 1971 nicht mehr zugelassen ist. Die Kürbisse reichern diese gefährlichen Stoffe also noch viele Jahrezehnte später an.

Ein weiterer Pluspunkt für Bio: Zahlreiche Bio-Betriebe fördern außerdem die Arten-Vielfalt, indem sie viele unterschiedliche und auch alte Kürbisarten anbauen.

Vegane Kürbis-Waffeln

Zutaten:
(für 8 Stück)

  • 200 g Kürbis-Püree
  • 150 g Zucker
  • 2 EL Kokosöl
  • 250 ml ungesüßte Pflanzenmilch, zum Beispiel Bio-Mandelmilch von Provamel
  • 160 ml sehr starker Kaffee
  • 2 TL Backpulver
  • 2 EL geschrotete Leinsamen
  • 2 TL Kürbisgewürz
  • 360 g Weizenvollkornmehl

Meine Wahl fiel diesmal auf einen Bio-Hokkaido, weil ich es so praktisch finde, dass ich die Schale mitessen kann. Hokkaidos haben einen leicht-nussigen Geschmack und sind super bekömmlich, sodass sie sogar roh verzehrbar sind. Der süßliche Butternut, der blau-grüne Blue Ballet und die ebenfalls süße Bischofsmütze eignen sich mindestens genauso gut. Wer einen intensiveren Kürbisgeschmack wünscht, kann den saftigen Muskatkürbis verwenden.
Ich habe den Kürbis zuerst zerteilt, gekocht und danach zu einer Creme püriert. Dann kamen die geschroteten Leinsamen dazu, die in diesem Rezept das Ei ersetzen. Gut gemixt muss die Mischung einige Minuten ziehen. Als nächstes folgen Kokosöl, Pflanzenmilch, Backpulver, Zucker, Gewürz und Kaffee. Erst zum Schluss mische ich nach und nach das Weizenvollkornmehl unter.

Das Kürbisgewürz gibt es bereits fertig im Bioladen. Ich mache meines allerdings immer fix selbst, weil ich die einzelnen Zutaten sowieso hier habe. Dafür mische ich zwei Teile gemahlene Muskatnuss, zwei Teile Zimt, einen Teil gemahlene Gewürznelken, einen Teil gemahlenen Ingwer und einen Teil gemahlenen Nelkenpfeffer miteinander. Die Gewürze gibt es einzeln und in Bio-Qualität zum Beispiel von Sonnentor.

Für eine Herzchenwaffel im Waffeleisen gebe ich rund drei bis vier Esslöffel hinein und warte bis die Waffel knusprig-braun ist. Damit die Waffeln nicht am Eisen kleben bleiben, zerlasse ich vorher etwas vegane Margarine darauf und schließe den Deckel, damit die obere Seite ebenfalls benetzt ist.
Das Waffeleisen habe ich erst seit Kurzem und habe daher noch einen Tipp für alle, die ohne sind: Der Waffelteig eignet sich ebenso gut als Pfannkuchenteig und kann daher auch einfach in der Pfanne gebacken werden.

Am Besten schmecken die Kürbis-Waffeln noch warm und mit Ahornsirup oder Agavendicksaft darüber. Guten Appetit!

Happy Halloween!

Related Post

Share on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someoneShare on Facebook