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Rebecca, 22 Jahre alt, hat sich dem Tierschutz verschrieben. In welcher Form sie aktiv wird und welche Botschaft sie hat, könnt ihr im aktuellen Interview nachlesen.

Hallo Rebecca, vielen Dank für Deine Teilnahme! Du bist Studentin der Biologie und hast ein ganz bestimmtes Herzensthema, den Tierschutz. In welcher Form setzt Du Dich für diese Angelegenheit ein?

Hi Jenny, zuerst einmal treffe ich natürlich bewusste Kaufentscheidungen. Mein Augenmerk lege ich dabei auf Ernährung und Kosmetik- sowie Pflegeartikel, bei denen ich genau darauf achte, dass sie tierversuchsfrei hergestellt wurden. In meiner Freizeit kümmere ich mich auf verschiedenste Arten und Weisen um Tiere. Aktuell habe ich zum Beispiel eine Medizinpatenschaft inne. Heidi, die ich über die Schäferhund Rettung kennengelernt habe, bekommt von mir ihre Medikamente bezahlt. Die Hündin ist schon sehr alt und hat einen Tumor. Zuvor hatte ich eine Patenschaft für Lady. Sie wurde aber nach einiger Zeit erfolgreich vermittelt. Ich hätte sie auch gerne aufgenommen, aber ich werde demnächst voraussichtlich in die USA gehen und weil dann keine Nachkontrollen der Vermittler möglich sind, ging das leider nicht. Seit eineinhalb Jahren besuche ich ehrenamtlich selbst die Menschen, die ein Haustier bei sich zu Hause aufnehmen wollen, um sie kennenzulernen und damit ein schönes zu Hause für die Tiere zu gewährleisten. Zuletzt habe ich eine Demonstration vor einem Zirkus organisiert.

 

Das klingt nach einer Menge Arbeit und Kosten. Wie kam es dazu, dass Du so viel Herzblut in die Sache investierst?

Also, ich hatte jetzt keine besonders traumatischen Erlebnisse oder so was. Ich habe als Kind schon nicht gerne Fleisch gegessen, da war’s zum Vegetarier dann gar kein großer Schritt. Tierschutz war für mich schon immer ein großes Thema. Wenn ich eine angefahrene Katze entdeckt habe, war es für mich klar, dass ich sie zum Arzt bringe und mich darum kümmere, dass sie versorgt wird. Das entwickelt sich dann einfach so. Man macht Erfahrungen mit verschiedenen Tierärzten, informiert sich, schaut auf Etiketten. Es geht mir ja dabei auch nicht nur um die Tiere. Es geht dabei genauso um Menschen und die Umwelt. Und was die Kosten betrifft, muss man eben wissen, was man mit seinen Entscheidungen fördern möchte. Erstens finde ich tierversuchsfreie Produkte gar nicht so viel teurer und zweitens gibt es unendlich viele Dinge, die man im Alltag tun kann, ohne zusätzliches Geld auszugeben. Und wenn es bedeutet heimlich einen veganen Schokoladenkuchen zum eigenen Geburtstag zu backen, um den Besuchern im Nachhinein zu demonstrieren, dass auch dieses Essen gut schmecken kann. So was mache ich auch gerne.

 

Die Demonstration vor dem Zirkus ist erst wenige Wochen her. Was versprichst Du Dir von so einer Veranstaltung? Wie ist der Protest abgelaufen?

Die meisten Leute sind leider kaum informiert, was das Habitat von diesen Tieren angeht. In welchem Umfeld sie also normalerweise leben, wie ihre sozialen Strukturen sind oder dass beispielsweise Elefanten in ihrem natürlichen Lebensraum bis zu 12 Kilometer laufen. Ich wünsche mir, dass die Menschen Bescheid wissen, dass es sich bei den Zirkustieren immer noch um Wildtiere handelt, auch wenn sie in dieses Umfeld hineingeboren wurden. Mein Fokus liegt dabei auf den tierquälerischen Methoden.

Die letzte Demonstration ist auch friedlich verlaufen. Sogar die Mitarbeiter sind zu uns gekommen und wollten wissen, warum genau wir demonstrieren. Bis auf eine Mitarbeiterin konnte man sich sehr gut austauschen. So wünsche ich mir das auch. Wenn die Leute mit dem Finger auf Andere zeigen und sagen, sie wären weniger gute Menschen, weil sie eine andere Lebensweise führen, gibt das dem Tierschutz immer einen ganz schlechten Beigeschmack. Wobei mich Unwissenheit auch schon manchmal sauer macht. Aber bei dieser Demonstration hatten wir überwiegend interessante Gespräche und manche Besucher waren sogar bereit unsere Aufklärungsflyer von Animal Rights Watch mit rein zu nehmen und zu verteilen. Und Spenden für Pro Wildlife e.V. konnten wir auch sammeln. Meine Hoffnung ist, dass die Menschen ein Bewusstsein für diese Wildtiere entwickeln und sich vielleicht eher mal eine Dokumentation über sie ansehen, wenn sich ihre Kinder dafür interessieren. Und mir ist wichtig, dass die Leute sehen, dass man nachts nicht in Schweineställe einbrechen oder Hardcore Veganer werden muss, um Tierschützer zu sein. Es ist schon viel getan, wenn wir auf unsere Ernährung achten und uns überlegen, was wir mit unseren Kaufentscheidungen fördern und was nicht.

 

Was muss ich tun, um so eine Veranstaltung absegnen zu lassen?

Das ist eigentlich ganz easy. Ich war in diesem Fall bei der zuständigen Stelle des Landkreis Wunsiedel und habe mir ein Antragsformular abgeholt. Die wollen darin Angaben zu Termin, Anlass oder Teilnehmerzahl wissen. Ansonsten wird geklärt, ob Schilder geplant sind und wie groß diese sein dürfen. Der Einsatz von Megafons ist nur ab einer bestimmten Gruppengröße gestattet. Außerdem müssen sogenannte Ordner bestimmt werden, die offiziell dafür bestimmt sind, dafür zu sorgen, dass alles ruhig verläuft. Also Alkohol oder aggressives Verhalten unterbinden. Am besten gibt man anschließend noch kurz dem Ordnungsamt Bescheid und sollte die Veranstaltung größer werden, informiert man auch noch die Polizei. Die Absegnung läuft dann unkompliziert. Mein unterschriebenes Antragsformular konnte ich sogar einscannen und einfach per Mail durchschicken. Auf der Demonstration selbst darf man dann jederzeit Spenden sammeln oder Flyer verteilen. Wichtig ist nur, dass auf den Flyern steht, wer sie gemacht hat. Und man darf die Veranstaltung nicht bewerben, so lange sie nicht abgesegnet ist.

 

Möchtest Du uns zum Schluss noch ein paar Tierschutzorganisationen empfehlen, mit denen Du besonders gute Erfahrungen gemacht hast?

Also da gäbe es wie gesagt Animal Rights Watch, von denen wir auch die Flyer für die Demo bekommen haben oder Pro Wildlife e.V., für die wir gesammelt haben. Mit den Pfotenfreunden Varna in Bulgarien habe ich reibungslosen und unbürokratischen Kontakt bei der Vermittlung von Straßentieren. Wenn ich mich über Produkte informieren will, war ich bisher auf wermachtwas.info, einer Seite von Animals‘ Liberty, ganz gut beraten. Und natürlich ist das lokale Tierheim immer der richtige Ansprechpartner. Die medizinische Behandlung der angefahrenen Katze hat bei mir zum Beispiel das Tierheim übernommen.

 

Rebecca, ich bedanke mich herzlich für Deine Teilnahme und wünsche Dir für Deinen zukünftigen Weg natürlich alles, alles Gute!

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