„Kannst Du mir eine Gesichtscreme empfehlen, die sich als Makeup-Unterlage eignet, aber nicht-komedogen wirkt? Naturkosmetik wäre mir am liebsten, falls das geht…“. Aber natürlich, da geht so einiges 🙂 ! Zur Erklärung muss ich aber erst ein bisschen ausholen – ich hoffe, das ist ok.

Nicht-komedogene Naturkosmetik

Was eine gute Makeup-Unterlage macht

Grundsätzlich gilt: Je glatter die Haut, um so gleichmäßiger lässt sich das Makeup verteilen: Die Foundation wird auf diese Weise nicht fleckig und haftet besser. Außerdem werden bei einer gut durchfeuchteten und prallen Haut trockene Hautschüppchen oder große Poren nicht zusätzlich betont. Allerdings darf das Makeup auch nicht auf der darunter liegenden Pflege „schwimmen“ – eine gute Makeup-Unterlage sollte also nicht zu fettig, aber auch nicht zu leicht sein.

Was nicht-komedogene Kosmetik ist

Nicht-komedogen – mit diesem Schlagwort ist gemeint, dass die Kosmetik die Poren nicht verstopft bzw. die Bildung von Pickeln und Mitessern auf der Haut nicht unterstützt. So weit, so gut! Aber welche Produkte sind komedogen und sollten bei Neigung zu Unreinheiten und Mitessern vermieden werden? Hier wird es schon komplexer. Denn es gibt keine gesetzliche Regelung, die eine klare Definition liefert. Entsprechend können Firmen ihr Produkt als komedogen ausloben, wenn sie es selbst als solches erachten.

Welche Inhaltsstoffe sind nicht-komedogen?

Im Internet kursieren viele (auch durchaus unterschiedliche) Listen mit Inhaltsstoffen, die als komedogen gelten. Allerdings wurden diese Listen meist vor einigen Jahrzehnten mit Hilfe von Tierversuchen ermittelt, die glücklicherweise nicht mehr erlaubt sind. Die Ergebnisse dieser Kaninchenohrtests gelten deshalb in vielen Fällen als veraltet. Außerdem wird angezweifelt, ob die Resultate des extrem empfindlichen Kaninchenohrs überhaupt auf die Haut des Menschen übertragen werden können – auch weil verschiedene Studien voneinander abweichen. Es ist also sehr schwierig, eine allgemeingültige Liste mit nicht-komedogenen Inhaltsstoffen zu erstellen, insbesondere weil Hautreaktionen oft individuell sind.

Sind Öle komedogen?

Das Stichwort „ölfrei“ heißt noch lange nicht, dass das Produkt nicht-komedogen ist. Einige Öle sind sogar gut für unreine Haut geeignet, was von der jeweiligen Zusammensetzung des Öls abhängt: Öle wie z.B. Wildrosenöl (= Hagebuttenkernöl) oder Jojobaöl wirken entzündungshemmend. Aber auch die Qualität des Öls spielt eine große Rolle – Stichwort Rückstände im Öl, die dann auch die Haut irritieren können.

Unter den pflanzlichen Inhaltsstoffen wird in verschiedenen Quellen immer wieder auf Kakaobutter hingewiesen, die Komedogene hervorrufen könnte: Sie enthält einen besonders hohen Anteil an Stearin und Palmitinsäure. Wenn die Kakaobutter allerdings in einer Creme in kleinen Menge enthalten ist, dürfte die eventuell komedogene Wirkung kaum mehr nachweisbar sein. Es reicht eben meist nicht aus, isoliert einen einzelnen Inhaltsstoff aus der INCI zu betrachten. Entscheidend sind immer die Mengenanteile und die gesamte Formulierung eines Produkts. Was also tun?

Die beste Makeup-Grundlage ist eine passende Hautpflege

Damit sind wir beim Thema Hautpflege angelangt: Wer junge fettige Haut hat, braucht eine andere Pflege als eine reife lipidarme Haut – damit auch das Makeup sitzt. Grundsätzlich sollte jede Haut mit genügend Feuchtigkeit und Lipiden versorgt werden. Es ist also wichtig einzuschätzen, ob die eigene Haut mehr Feuchtigkeit oder mehr Fett benötigt. Und lasst euch nicht täuschen, auch unreine Haut benötigt ein ausgewogenes Gleichgewicht von Fett und Feuchtigkeit! Wenn man hier eine zu austrocknende bzw. aggressive Pflege verwendet (wird ja bei unreiner Haut gern mal gemacht), irritiert das die Haut um so mehr – und sie reagiert mit weiteren Unreinheiten oder Rötungen.

Meine Empfehlungen für Pflege unter dem Makeup

♦ Mein erster Tipp für unreine Haut und empfindliche Mischhaut ist das neue Pure Mattifying Fluid von Santaverde. Es hat eine leichte Textur und enthält entzündungshemmende Stoffe wie z.B. Salicylsäure (beugt verstopften Poren vor) sowie talgregulierende Wirkstoffe. Gleichzeitig wird die Haut dank Aloe Vera gut mit Feuchtigkeit versorgt. Ohne Duftstoffe.

♦ Rosa Heilerde steht im Mittelpunkt der Beruhigenden Tagescreme von Cattier. Die leichte und kühlende Textur sorgt dafür, dass unter der Creme kein Hitzestau entsteht; sie zieht schnell ein und spendet Feuchtigkeit. Enthält auch einen Wirkkomplex mit schwarzer Johannisbeere, Ballonrebe und Sonnenblume, der Rötungen vorbeugt und die Sensibilität der Haut verringern soll.

♦ Neu überarbeitet wurde gerade die Hautberuhigende Creme Manuka Borretsch von Primavera. Sie zieht sofort ein und beruhigt entzündliche Haut mit einer ganzen Reihe an Wirkstoffen wie z.B. heilendem Tigergrasextrakt (ich schrieb hier darüber) oder antibakteriellem Manukaöl. Tamarindenxtrakt stärkt zusätzlich die Hautflora, so dass das in geringen Mengen enthaltene Kokosöl und die Cupuacubutter nicht komedogen wirken dürften. Schon nach wenigen Minute Einziehzeit kann ich das Makeup darüber auftragen, so schnell geht das!

♦ Besonders minimalistisch ist die Weleda Mandel Feuchtigkeitspflege für sensible Mischhaut formuliert. Neben Wasser besteht die Creme vor allem aus Mandelöl und Pflaumenkernöl: Sie sorgt für Befeuchtung der Haut und zieht gut ein, ohne fettig zu sein. Es sind keine Duftstoffe enthalten.

♦ Das Sofort Glättende Fluid von Sante sorgt nicht nur für Feuchtigkeit und hat eine leichte Fluid-Textur, sondern wirkt dank feiner Schimmerpartikel wie ein Weichzeichner auf der Haut. Parakresse-Extrakt soll die Haut zusätzlich entspannen. Das Hautgefühl damit ist seidig-glatt, wie bei einem Primer – also genau richtig als Makeup-Unterlage.

So viele Worte, um eine Frage zu beantworten – ich hoffe, ich konnte etwas Licht in den komedogenen Dschungel bringen 🙂

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