Meine Tochter muss um die vier Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal bewusst mit ihr über das Fleischessen sprach. Nachdem ich sie aufgeklärt hatte, woher unsere Würstchen und Chicken Nuggets kommen, saß sie vor mir und wirkte nachdenklich. Also fragte ich sie, ob es sie traurig fände, dass Tiere für unser Essen sterben müssten. „Ja“, antwortete sie kopfnickend, „weil wir die dann nicht mehr im Zoo anschauen können.“ Damals musste ich lachen, wenn ich mich auch sogleich fragte, ob mein Kind mal eine gefühlskalte Soziopathin werden würde. Eltern kennen das. Heute glaube ich, ihre Vorstellungskraft reichte einfach noch nicht aus für das Konzept des Schlachtens.

 

Generation Klimaschutz

Inzwischen sieht die Sache aber ganz anders aus. Meine Tochter ist heute neun und gehört eindeutig zur viel beklagten „Generation YouTube“, der man wirklich einiges unterstellen kann, aber sicher nicht, dass sie unaufgeklärt sei. Denn viele der sogenannten Influencer sind sich ihrer sozialen Verantwortung sehr wohl bewusst und wissen ihren moralischen Einfluss auch zu nutzen, wie man in den letzten Wochen unschwer erkennen konnte. Was ich damit sagen will: Meine Tochter kennt sich bestens aus mit Umweltschutz, Tierhaltung und der Notwendigkeit, ihr Konsumverhalten zu überdenken. Mit entsprechendem Gesprächsbedarf kommt sie deshalb in letzter Zeit häufiger auf mich zu. An einem Tag findet sie, sie äße jetzt gar kein Fleisch mehr, am nächsten will sie verhandeln. An anderen Tagen wiederum macht sie mich damit wahnsinnig, dass sie mir nachläuft und sämtliche Lichter (die ich noch brauche!) hinter mir löscht, um unseren Stromverbrauch zu reduzieren. Es versteht sich von selbst, dass ich sie bei dieser Entwicklung unterstützen möchte.

 

Kitchen impossible? Veggie Grillen mit Kindern

„Aber wie?“, frage ich mich laut selbst, als ich bei denn’s vor den Regalen stehe und etwas ratlos nach fleischlosen Grillalternativen für meine Familie suche. Die wollen wir nämlich testen – das haben wir besprochen. Fleisch, das keines ist – kann das gut gehen?

Denn auch wenn mein Lebensgefährte und meine zwei Kinder, im Alter von 7 und 9 Jahren, definitiv experimentierfreudig sind, so haben sie doch feine Gaumen, die sich nicht so leicht täuschen lassen. Während ich verloren vor dem Kühlregal stehe, weiß ich jetzt schon, dass die Aktion ihre Risiken birgt: Der Siebenjährige wünscht sich gerade ausschließlich Pommes mit einer großen Portion Pommes dazu. Vermutlich wird er mit dem Essen spielen, bis es ungenießbar aussieht, nur um mir später im Bett weinerlich mitzuteilen, dass er Hunger hat. Die Neunjährige findet grundsätzlich „Das schmeckt anders“, wenn ich ein Rezept einmal nur geringfügig verändert habe. Und mit „anders“ meint sie „Ich stochere jetzt höflichkeitshalber mal zwanzig Minuten in meinem Teller herum, dann werde ich verkünden, dass ich satt bin, denn ich lasse mich sicher nicht von Euch vergiften.“

 

„Cheeseburger“ und „Nürnberger“ vegetarisch

Doch abgemacht ist abgemacht, also lasse ich mich vom Angebot inspirieren. Und finde ziemlich schnell zwei Klassiker, die man gut fleischlos nachmachen kann: Nürnberger Rostbratwürstchen und Cheeseburger mit Bacon.

Beides mögen die Kinder im Original. Auf die Idee komme ich, weil ich zum einen erfreut registriere, dass es tatsächlich veganen Bacon gibt. Und wir lieben Bacon! Die „Nürnberger“ nenne ich einfach so, weil ich im Kühlregal vegane und vegetarische Würstchen entdecke, die einerseits genauso aussehen, wie die knusprige Spezialität und andererseits vermutlich ähnlich gewürzt sind: „Fränkische Art“ steht auf der Verpackung der Seitan-Würstchen von dennree. Ich nehme auch noch welche von Wheaty und die vegetarischen von Hermann mit. Von denen habe ich nämlich schon öfter gehört, dass sie bei Fleischessern ganz besonders beliebt sind. Ich lese, dass die Hauptzutat Kräuterseitlinge sind. Das werde ich meinem Mann, dem Pilzhasser, leider erst mal verschweigen müssen. Um die Studie nicht zu gefährden.

Ich bin total gespannt, denn hier bei uns ist man sehr eitel mit seinen Fleisch- und Wurstspezialitäten. „Drei im Weckla“ werden im fränkischen Nürnberg an jeder Ecke verkauft. Dort bekommt man drei gut gewürzte Rostbratwürstchen (oft mit Sauerkraut) auf’s Brötchen geklemmt. Mittelfränkisches Fastfood vegan. Ich packe ein:

 

  • einen Angebotskäse
  • veganen Bacon
  • verschiedene Würstchen und Burgerpatties aus Seitan
  • vegetarische Würstchen auf Pilz-Basis
  • Sauerkraut aus der Region
  • fruchtige Burgersauce
  • Rucola, Tomaten und Zwiebeln
  • Brötchen und Buns mit Sesam

 

Außerdem entdecke ich CO2- neutrale Grillkohle aus 100 % Kokosmaterial. Der Hersteller wirbt mit einer tollen Glut und der Tatsache, dass für das Produkt kein Baum gestorben sei. Das Experiment kann starten!

 

Veggie Grillen als Familienevent

Zu Hause angekommen sind alle bester Laune und helfen mir beim Vorbereiten. Vegetarisch grillen als Familienevent. Mein Herz geht auf, wenn sich alle für ein gemeinsames Projekt interessieren. Die Kleinen schnippeln Gemüse, der Mann kümmert sich um das Anfeuern und ich bereite das Sauerkraut schon mal in der Küche zu. Als Salatersatz quasi. Gespannt öffne ich dafür den veganen Speck. Der muss an ein richtiges Sauerkraut, wie wir finden. Ungebraten sieht er zwar nicht unbedingt wie echter Speck aus, dafür riecht er schön herzhaft geräuchert. Der Geschmack ist salzig. Ich schneide kleine Würfel und brate sie an, bevor ich sie mit dem Kraut vermische. Perfekt!

Beim Öffnen der Hermann-Würstchen fällt mir außerdem auf, dass diese nicht mehr einzeln in Plastik verpackt sind. Das hatte nämlich mal eine Tippgeberin bemängelt. In der Deckelfolie steht außerdem der Hinweis, dass sie bereits zur Hälfte aus Papier hergestellt ist und die Entwicklung einer umweltfreundlicheren Schale gerade läuft.

 

 

Dann platzieren wir alles auf dem Tisch im Garten. Vor allem die Kleinsten lieben es, wenn sie ihr Essen selbst zusammenstellen dürfen. Die Zutaten mit den Fingern anfassen. Sie nach ihrem Geschmack kombinieren. Damit krieg‘ ich sie eigentlich immer. Außerdem staunen wir über die CO2-neutrale Grillkohle. Sie ist schön gleichmäßig durchgeglüht und gibt eine ordentliche Hitze ab.

 

 

Der Mann hat inzwischen fleißig alles auf den Grill gepackt und allmählich sieht der vegane Bacon auch etwas mehr nach Bacon aus. Außerdem tritt meine Befürchtung nicht ein: Er klebt nicht fest und wird dabei schön knusprig. Die Buns landen noch kurz auf dem Rost, damit der Sesam etwas geröstet wird, dann können wir auch schon loslegen. Ich bereite die amerikanischen und fränkischen Klassiker vor, die Kinder machen ihr eigenes Ding. Würstchen, Tomaten, Gurke, Burgersauce – Hauptsache bunt scheint es sein zu müssen.

Nachdem ich meine zwei Fastfood-Fälschungen angerichtet habe, stellen wir einstimmig fest: Das sieht super aus! Der Geschmackstest macht mich aber schon ein wenig nervös. Meine Tochter schaut schon so….anders. Und Tatsache: Mit den Seitan-Würstchen ist sie echt kritisch. Mein Sohn hingegen mampft und mampft – ganz ähnlich, wie der Mann und ich. Wir haben die größte Freude am gegenseitigen Probieren und Beurteilen. Ich mag die Burgerpatties mit den vielen Sonnenblumenkernen, mein Lebensgefährte favorisiert die mit dem Schwarzkümmel. Der aromatische Angebotskäse und die fruchtige Burgersauce machen die Sache rund. Doch das Highlight kommt erst noch: Die bei Fleischessern angeblich so beliebten Hermann Würstchen. Täuschend echt sind nämlich schon deren Optik und Geruch.

 

 

 

Dass mein Lebensgefährte keine Pilze mag, hatte ich ja bereits erwähnt. Deshalb muss ich mir regelrecht auf die Zunge beißen, als er kostet. Doch sein Gesicht verzieht sich zu einem überraschten Grinsen. „Die Konsistenz ist ja genauso, wie bei richtigen Würstchen!“, kaut er zufrieden, während alle anderen es ihm nachtun.

Das Familien-Urteil fällt diesmal einstimmig aus: Die Hermann-Würstchen gehen definitiv als echte Rostbratwürstchen durch! Denn nicht nur Geruch und Geschmack sind überzeugend – besonders der Biss ist absolut glaubhaft. Ich bin wirklich beeindruckt.

 

Knusprig, würzig, rauchig

Unser Fazit also: Die veganen / vegetarischen Fleischersatzprodukte von Hermann, wheaty, dennree und SOTO sind auf jeden Fall einen Geschmackstest wert! Das Durchprobieren der vielen Fleischersatz-Produkte macht nämlich nicht nur Spaß, sondern auch noch zufrieden. Denn man muss dabei weder auf rauchige Aromen, noch auf ein knusprig-würziges Geschmackserlebnis im Mund verzichten.

 

Welche Fleischersatzprodukte könnt Ihr uns empfehlen?